Martin Roth, Hiroshi Yoshida, Martin Picard (Hrsg.)

Japan's Contemporary Media Culture between Local and Global
Content, Practice and Theory

Dieser Sammelband bietet ein breites Spektrum an Untersuchungen zur zeitgenössischen Medienkultur Japans und verortet populäre Medieninhalte und die damit verbundenen Praktiken und Theorien im komplexen Wechselspiel zwischen Lokalem und Globalem. Die Kapitel lenken die Aufmerksamkeit auf mehrere prominente Phänomene, schlagen neue Ansätze für die Erforschung von Medien und Medienkulturen vor, und betonen die Bedeutung der Positionalität in diesem Kontext. Der Band dokumentiert die Ergebnisse einer Reihe von Doktorandenworkshops, die zwischen 2017 und 2019 in Kyoto und Leipzig stattfanden, und setzt die dort begonnenen Diskussionen fort.

Johannes L. Kurz

The Imperial Library of the Northern Song
A Complete Translation of the Lintai gushi (canben) 麟台故事 (殘本) by Cheng Ju 程俱 (1078-1144)

Der vorliegende Text ist eine Übersetzung des Lintai gushi von Cheng Ju, eines Buches, das sich mit den kaiserlichen Büchersammlungen unter den Nördlichen Song beschäftigt. Die Bibliothekssammlungen der frühen Nördlichen Song wurden von Grund auf neu angelegt, um dann bei dem verheerenden Brand von 1015 und bei der Verlegung der Hauptstadt von Kaifeng nach Hangzhou teilweise wieder zerstört zu werden. Das Lintai gushi von Cheng Ju ist die älteste erhaltene Quelle für Informationen über die kaiserlichen Bibliotheken der Nördlichen Song (960-1126). Das Lintai gushi zeugt von den verschiedenen Aktivitäten, die unternommen wurden, um umfassende Büchersammlungen wiederaufzubauen und damit die Lücke in der Geschichte der kaiserlichen Song-Bibliotheken zu schließen.

 

Jamila Adeli

Kunst, Markt, Kommunikation
Die zeitgenössische Kunstwelt in Indien im Wandel (2000-2018)

Media and Cultural Studies, Band 2

Zeitgenössische bildende Kunst findet längst nicht mehr nur in westlichen Kunstzentren statt. Insbesondere „emerging art markets“ wie Indien oder China mit aufstrebenden Mittel- und Oberschichten ziehen seit Beginn der 2000er Jahre verstärkt die Aufmerksamkeit des globalen Kunstfelds auf sich. Diese Kunstmärkte fügen sich jedoch nicht einfach in den westlichen Kunstbetrieb ein, sondern differenzieren sich zu (trans)lokalen Kunstfeldern aus. Das Buch zeichnet nach, wie sich (trans)lokale Kunstinstitutionen, Wissensräume und Ressourcen in Indien zwischen 2000 und 2018 entwickelt haben und legt nahe, den Wandel der zeitgenössischen Kunstwelt in Indien als dezidierten Lokalisierungsprozess zu verstehen. Anhand der India Art Fair, der Kochi-Muziris-Biennale und den Positionierungen und Praktiken lokaler Kunstakteur*innen in Mumbai, Delhi und Kochi wird ein neues Selbstverständnis der kunstinteressierten indischen Gesellschaft sichtbar, das zunehmend zur Emanzipation von westlichen Kunstzentren führt.

Ulrike Niklas, Heinz Werner Wessler, Peter Wyzlic, Stefan Zimmer (Hrsg.)

»Das alles hier«
Festschrift für Konrad Klaus zum 65. Geburtstag

»Das Weltall, die Gesamtheit des in der Welt Vorhandenen, wird in den Brāhmaṇas gewöhnlich mit dem Ausdruck idaṃ sarvam ›das alles hier‹ bezeichnet…«, heißt es in der Doktorarbeit von Konrad Klaus Die altindische Kosmologie (1986). Die Vollendung seines 65. Lebensjahres – zugleich die Vollendung von zwei Jahrzehnten als Universitätsprofessor in Bonn – ist uns willkommener Anlass, Konrad Klaus mit der vorliegenden Festschrift zu ehren. »Das alles hier« darf gerne auch im Hinblick auf das bisherige Lebenswerk des Geehrten gedeutet werden: Ein reiches akademisches Wirken mit vielfachen Aktivitäten in Lehre, Forschung und Wissenschaftsmanagement mit einer großen Zahl brillanter Publikationen zu philologischen und kulturgeschichtlichen Fragestellungen als sichtbare Zeichen. Konrad Klaus hat einen würdigen Platz in der wissenschaftlichen Traditionslinie der Indologie, die in Deutschland institutionell mit der Einrichtung des ersten der indischen Philologie gewidmeten Lehrstuhls an der neugegründeten Universität Bonn 1818 begann. Es wäre verfehlt, zu glauben, die 200-Jahr-Feier 2018 sei eine Art vorgezogenes Begräbnis gewesen. Der Übergang zur Südasienkunde mit einem erneuerten Profil gehört mit zum Lebenswerk von Konrad Klaus, der, obwohl selbst klassischer Indologe, diese Neuausrichtung voll unterstützte und wohlwollend begleitete.

Kathrin Holz

The Bhadrakarātrī-sūtra
Apotropaic Scriptures in Early Indian Buddhism

Monographien zur indischen Archäologie, Kunst und Philologie, Band 27

Dieses Buch untersucht das Bhadrakarātrī-sūtra, einen wichtigen Vertreter der frühen buddhistischen rakṣā-Literatur, und leistet damit einen Beitrag zur Erforschung dieser Literaturgattung. Diese Arbeit präsentiert schließlich eine Edition, Teilrekonstruktion und Übersetzung der beiden erhaltenen Sanskrit-Manuskripte, die in Zentralasien gefunden wurden sowie eine kritische Edition und Übersetzung der tibetischen Version dieses Textes. Besonderes Augenmerk wird auch auf die chinesischen und tibetischen Varianten der Mantras gelegt. Außerdem werden spezifische rakṣā-Elemente, formale Merkmale sowie sprachliche und semantische Muster des Bhadrakarātrī-sūtra hervorgehoben. Diese sind entscheidend für das Verständnis der Besonderheiten seiner Sprache sowie seiner textlichen Entwicklung und Einordnung in die rakṣā-Literatur.

Liang Chen

Begräbnistexte im sozialen Wandel der Han-Zeit
Eine typologische Untersuchung der Jenseitsvorstellungen

Während der Han-Zeit (202 v.Chr.– 220 n.Chr.) wurden in China den Gräbern Begräbnistexte beigegeben. Diese sollten der Kommunikation zwischen Diesseits und Jenseits dienen. Dieses Werk analysiert systematisch Begräbnistexte aus etwa 180 Gräbern und zeigt so die Entwicklung der Jenseitsvorstellung in Verbindung mit dem gesellschaftlichen Wandel in der Han-Zeit auf. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Form und materielle Beschaffenheit der Texte, ihre physische und symbolische Position im Grab sowie das Layout der Begräbnistexte und die in ihnen verwendeten Siegel gelegt. Durch die statistische Auswertung des geografischen und zeitlichen Auftretens der Begräbnistexte werden zudem die Verbreitungszentren identifiziert und regionale Interaktionen aufgezeigt. Außerdem wird der Zusammenhang zwischen dem Ausbruch von Epidemien und der Verbreitung der grabschützenden Texte in der Ost-Han-Zeit untersucht. Anhand ausführlicher Textanalysen wird anschließend der Frage nachgegangen, ob grabschützende Texte als Produkte des Volksglaubens oder des Daoismus anzusehen sind.

Arian Hopf

Translating Islam, Translating Religion
Conceptions of Religion and Islam in the Aligarh Movement

Das 19. Jhd. zeichnet sich durch eine koloniale Auseinandersetzung mit Südasien aus. Die Religionen Südasiens werden von den Europäern analysiert, kategorisiert und mit dem Christentum verglichen. Missionarische und orientalistische Kritik sowie die moderne Wissenschaft stellen für die Muslime Südasiens eine völlig neue Konfrontation dar. Das Ziel von "Translating Islam, Translating Religion" ist es, die muslimischen Antworten auf diese Konfrontation zu analysieren, die sowohl eine Übersetzung des Islam gemäß dem Referenzpunkt des Christentums als auch eine Anpassung des Religionsbegriffs selbst implizieren. Im Fokus steht hier die Aligarh-Bewegung, die sich intensiv in diese Debatten einbringt und versucht, eine Neuinterpretation des Islam vorzubringen.

Felix Otter

A Course in Reading Classical Newari
Selections from the Vetālapañcaviṃśati

A Course in Reading Classical Newari ist in zwei Teile gegliedert. Der erste Teil bietet in sechzehn Lektionen eine Einführung in Phonologie, Morphologie und Syntax des klassischen Newari ausgehend von der Literatursprache des späten 17. Jahrhunderts. Auch die in der Mehrzahl der in dieser Epoche verfassten Manuskripte verwendete Schrift (pracalita lipi) wird behandelt. Jede der sechzehn Lektionen schließt mit einer praktischen Übung ab. Teil zwei besteht aus zehn im Wortlaut unveränderten Lesestücken, die der bisher unedierten Newari-Fassung der Vetālapañcaviṃśati entnommen sind. Ein Schlüssel zu den Übungen, Verbverzeichnis und Glossar schließen den Band ab.

Alexander Follmann, Judith Müller, Gregor C. Falk (Hrsg.)

Aktuelle Forschungsbeiträge zu Südasien
10. Jahrestagung des AK Südasien, 24./25. Januar 2020, Freiburg

Geographien Südasiens, Band 12

Extended Abstracts der 10. Jahrestagung des AK Südasien, 24./25. Januar 2020 in Freiburg.

Fabienne Wallenwein

Tackling Urban Monotony
Cultural Heritage Conservation in China’s Historically and Culturally Famous Cities

In einem sich mit hoher Geschwindigkeit urbanisierenden China und der damit einhergehenden Entstehung monotoner Stadtbilder gewinnt die Erhaltung lokaler Charakteristiken zunehmend an Bedeutung. Als Reaktion auf diese Entwicklung priorisieren die Zentral- und Lokalregierungen Anfang der 1980er Jahre zunächst den Schutz von 24 "Historisch und kulturell berühmten Städten". Das Buch betrachtet drei revitalisierte Wohngebiete in der Region Jiangnan. In Suzhou begann die Revitalisierung des Historischen Blocks Pingjiang mit der Konservierung seiner Hauptstraße unter strenger Einhaltung internationaler Standards. Als einer der Pilotstandorte für den UNESCO Managementansatz der Historischen Stadtlandschaft testet die Wasserstadt Tongli ein eigenes Modell zur Integration ihres Wohn- und Tourismusgebiets. In Shanghais Tianzifang wiederum ist die Transformation von Lilong-Wohnhäusern und Fabrikgebäuden in ein Kreativ- und Freizeitviertel das Ergebnis eines bemerkenswerten „Bottom-up“-Prozesses. Anhand dieser drei Pionierbeispiele argumentiert und demonstriert die Studie, wie sich "Historisch und kulturell berühmte Städte" von ihrem ursprünglichen Konzept zu einem mehrschichtigen Schutzsystem entwickelt haben.

Johanna Hahn

Mythos und Moloch
Die Metropole in der modernen Hindi-Literatur (ca.1970-2010)

Die vorliegende Studie untersucht Hindi-sprachige Stadtliteratur in der Zeit zwischen 1970 und der Gegenwart. Anhand von populären Mythen wie der „trügerischen Stadt“ (māyāvī śahar), Figuren wie dem Flaneur und Orten wie der Teebude zeigt sie, wie regionalsprachliche Narrative eine Schnittstelle zwischen globalen und nationalen Diskursen und lokalen Erfahrungswelten bilden. Hindi-Stadtliteratur eröffnet einen kritischen Diskursraum für gesellschaftliche Selbstbefragungen im modernen Indien. Einerseits stabilisiert sie Identitätsvorstellungen, andererseits bietet sie Raum für alternative Vorstellungen von einem authentischen Zusammenleben in Delhi, Mumbai, Kalkutta und anderen nordindischen Großstädten. Erstaunlicherweise orientieren sich sowohl konservative als auch (neo)marxistische Alternativen an demselben Gedanken der idealisierten indischen Nation. Gerade utopische Erzählungen und Werke, in denen es um Bürgerschaft geht, schlagen mit der Frage nach dem „Eigenen“ eine Brücke zwischen dem nationalen Einheitsideal der Gründerjahre der indischen Republik und der postkolonialen Kritik der 1980er und 1990er Jahre. Stadtliteratur in Hindi bereichert damit intellektuelle und politische Debatten durch regionalsprachliche Lesarten von Vergangenheit und Gegenwart.

Rezensionen

Rezension von Johanna Hahn: Mythos und Moloch: Die Metropole in der modernen Hindi-Literatur (ca. 1970-2010). Heidelberg: CrossAsia-eBooks, 2020. Rezensiert von Justyna Kurowska für IQAS Autumn/Winter 2021.

 

Robert J. Zydenbos

A Manual of Modern Kannada

Kannada (auch bekannt als Canarese) ist eine der wenigen großen lebenden indischen Literatursprachen, die von der indischen Regierung aufgrund ihrer historischen Bedeutung und ihres literarischen Reichtums offiziell als klassische Sprachen anerkannt wurden. Sie wird heute von rund 65 Millionen Menschen gesprochen, ist die einzige Amtssprache des südindischen Bundesstaates Karnataka und gilt als eine der führenden modernen Literatursprachen Indiens. Dieses Handbuch wurde speziell für den Unterricht dieser dravidischen Sprache in einem akademischen Umfeld geschrieben, eignet sich aber auch für das private Selbststudium.

N.B.: Eine Liste mit "Corrigenda to A Manual of Modern Kannada" wurde am 20.12.2021 hinzugefügt.

Sebastian Sons

Arbeitsmigration nach Saudi-Arabien und ihre Wahrnehmung in Pakistan
Akteur*innen und Strategien der öffentlichen Sichtbarmachung

Media and Cultural Studies, Band 1

Arbeitsmigration nach Saudi-Arabien gilt in Pakistan aus wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Erwägungen als systemlegitimierend und alltägliches Phänomen: Das Königreich agiert auf (sicherheits-)politischer, wirtschaftlicher und kultureller Ebene als einflussreicher externer Akteur in Pakistan. Es ist außerdem das wichtigste Empfängerland pakistanischer Migranten. Aus diesen Gründen werden kritische Themen im Zusammenhang mit Migration in der pakistanischen Öffentlichkeit kaum thematisiert und stattdessen tabuisiert. In den letzten Jahren haben allerdings neue pakistanische Öffentlichkeitsakteur* innen aus Zivilgesellschaft, Medien und von internationalen Organisationen begonnen, dieses Tabu herauszufordern. Sie wollen prekäre Arbeits- und Lebensbedingungen der Migranten, strukturelle Gewalt sowie die systemische Ausbeutung innerhalb des Migrationsprozesses medial sichtbar machen. Somit tragen die neuen Öffentlichkeitsakteur*innen zu einem medialen Wandel in Pakistan bei, der bestehende Narrative und Tabus zu Migration in Frage stellt. Das Buch analysiert basierend auf umfangreichen empirischen Daten, mit welchen Medienpraktiken und -strategien limitierte öffentliche Räume in Pakistan zu Migration durch diese Akteur*innen erweitert werden.

Gotelind MÜLLER, Nikolay SAMOYLOV (Hrsg.)

Chinese Perceptions of Russia and the West
Changes, Continuities, and Contingencies during the Twentieth Century

Ziel dieses Buches ist es, Veränderungen und Kontinuitäten in der chinesischen Wahrnehmung Russlands und des Westens im 20. Jahrhundert zu untersuchen und dabei zu berücksichtigen, dass die jeweiligen Zuschreibungen und "Frontlinien" historisch kontingent waren: Wer und was repräsentierte "Russland" oder "den Westen" zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort? War "Russland" Teil des "Westens" oder nicht? Und wenn ja, in welcher Hinsicht? Welche Faktoren - ausländische oder einheimische - führten zu Veränderungen in der chinesischen Wahrnehmung und Repräsentation und warum? Mit solchen Fragen im Blick nahm dieses Buch Form an, das aus einem von der DFG-RFBR geförderten deutsch-russischen Projekt hervorging. Das deutsch-russische Forscherteam der Universität Heidelberg und der Staatlichen Universität St. Petersburg untersuchte das Thema gemeinsam mit Kollegen aus Festlandchina und Taiwan und konzentrierte sich dabei auf drei Hauptbereiche: 1. Das Feld der Sozialisation durch den Blick auf normative Beschreibungen Russlands und "des Westens" in chinesischen Schulbüchern, die Bilder des/der "Anderen" von Kindesbeinen an prägen; 2. das Feld der Literatur und chinesischer fiktionaler Darstellungen Russlands und "des Westens", die von einem chinesischen Lesepublikum konsumiert werden; 3. das Feld visueller und materieller Manifestationen, die Bilder des/der "Anderen" auf ihre eigene mediale Weise prägen und auch einem Publikum fernab rein diskursiver Ebenen und denen, die nicht aktiv danach suchen, zugänglich machen.

 

Carmen Brandt, Hans Harder (Hrsg.)

Wege durchs Labyrinth
Festschrift zu Ehren von Rahul Peter Das

Wege durchs Labyrinth ist eine Festschrift zu Ehren von Professor Dr. Rahul Peter Das. Sie enthält deutsch- und englischsprachige Beiträge von Kollegen und Kolleginnen, Schülern und Schülerinnen sowie Weggefährten von Professor Das. Die hier versammelten Aufsätze bilden verschiedene thematische Schwerpunkte ab, die auch Professor Das in seinem umfangreichen wissenschaftlichen Oeuvre bearbeitet hat. Dazu gehören Sanskrit-Studien, historische Sprachwissenschaft, Texteditionen in neuindoarischen Sprachen, Soziolinguistik, südasiatische Religionsgeschichte, bengalische und Hindi-Literatur, Wissenschaftsgeschichte der Indologie/Südasienstudien sowie auch Tamilistik. Einige der Beiträge knüpfen direkt an Rahul Peter Das' Werk oder bestimmte Schriften an, während die Gesamtheit der Aufsätze seine verschiedenen Forschungsinteressen und unterschiedlichen methodischen Ansätze widerspiegeln.

Beitragende zu dieser Festschrift sind Carmen Brandt, Renata Czekalska, Ines Fornell, Eli Franco, Ratul Ghosh, Olav Hackstein, Hans Harder, Martin Kämpchen, Klaus Karttunen, Makoto Kitada, Frank J. Korom, Agnieszka Kuczkiewicz-Fras, Halina Marlewicz, Ulrike Niklas, Tatiana Oranskaia, Felix Otter, Adapa Satyanarayana, Britta Schulze-Thulin, Sabine Franziska Strich, Heinz Werner Wessler und Benjamin Zachariah.

Danuta Stasik (Hrsg.)

Oral-Written-Performed
The Rāmāyaṇa Narratives in Indian Literature and Arts

The Rāmāyaṇa tradition is well known for an inexhaustible variety of forms and narrative structures transmitted by different media. Oral–Written–Performed examines selected textual, oral, visual and performing forms in which the Rāma story has functioned in Indian literature and arts. It also investigates the techniques that transform the Rāmāyaṇa narratives. The volume addresses the question how narratives become vehicles for literary conventions and ideologies expressive of diverse sectarian concerns, or cultural values. It is an excellent companion to earlier publications on the Rāmāyaṇa tradition and indispensable reading for students of South Asian literature, arts and religion.

Judith Müller, Juliane Dame, Carsten Butsch (Hrsg.)

Aktuelle Forschungsbeiträge zu Südasien
9. Jahrestagung des AK Südasien, 25./26. Januar 2019, Heidelberg

Geographien Südasiens, Band 11

Extended abstracts der 9. Jahrestagung des AK Südasien, 25./26. Januar 2019 in Heidelberg.

Ulrich Unger

Grammatik des Klassischen Chinesisch

Reinhard Emmerich (Hrsg.)

Die vorher nur teilweise und nur unter Freunden und Schülern des Autors verbreitete Grammatik des Klassischen Chinesisch von Ulrich Unger erscheint hier nun als Ganzes. Eigentlich angelegt auf neun Bände, die etwa zwischen den Jahren 1980 und 2000 entstanden, wurde diese zur besseren Durchsuchbarkeit digital überarbeitet und zusammengefügt. Den Gegenstand, das Klassische Chinesisch, definiert Unger in der Einleitung als „die Sprache des 5. bis 3. Jahrhunderts v. Chr.“, der letzten Periode des Altchinesischen und der eigentlichen Werdezeit der chinesischen Kultur. Ungers Arbeitsweise war es, „die Kategorien der grammatisch relevanten Phänomene aus der Sprache selbst zu entwickeln“. Als bisher umfangreichste in westlicher Sprache erschienene Beschreibung der Klassischen Sprache soll die Publikation in diesem Format als Nachschlagewerk für die Fachwelt dienen, aber auch fortgeschrittenen Studierenden eine Hilfe sein und sie ein tieferes Verständnis des Klassischen Chinesisch erlangen lassen.

 

Maya Burger, Nadia Cattoni (Hrsg.)

Early Modern India
Literatures and Images, Texts and Languages

This book presents recent scholarly research on one of the most important literary and historical periods of the Early Modern era from a wide range of approaches and perspectives. It contains a selection of contributions presented at the 12th International Conference on Early Modern Literatures of North India which provide fresh and new material as well as innovative methods to approach it.
The organizing principle of the volume lies in its exploration of the links between a multiplicity of languages (Indian vernaculars, Persian, Sanskrit), of media (texts, paintings, images) and of traditions (Hindu, Jain, Sikh, Muslim). The role of the Persian language and the importance of the translations from Sanskrit into Persian are discussed in light of the translational turn. The relations between various yogic traditions, especially of Nath origin, from Kabir and other sampradayas, are reconsidered.

Carsten Butsch, Alexander Follmann, Judith Müller (Hrsg.)

Aktuelle Forschungsbeiträge zu Südasien
8. Jahrestagung des AK Südasien, 19./20. Januar 2018, Köln

Geographien Südasiens, Band 10

Extended abstracts der 8. Jahrestagung des AK Südasien, 19./20. Januar 2018 in Köln.

Andrei Dörre, Stefan Schütte (Hrsg.)

Potentials and Challenges for Development in Naryn, Kyrgyzstan

Berlin Geographical Papers, Band 48

After gaining independence in 1991, Kyrgyzstan experienced fundamental transformations of the political system, the economy and the sociocultural sphere. These transformations had various immediate impacts on the people’s daily life in terms of income generation, the provision with food and consumer goods, the management and use of locally available natural resources, as well as the availability of reliable social services, including health and education. Questions related to national belonging and religious identity represent another fundamental challenge of the post-Soviet era, requiring the search for new answers. Against this background, the student project focused on three thematic clusters including ten subprojects: I) ‘Economy: markets, trade, and agriculture’; II) ‘Connections and relations: rural-urban nexuses’; and III) ‘Culture and society: religion and identity’. The studies were conducted in close cooperation with the Naryn State University named after S. Naamatov located in Naryn Town, the administrative centre of Naryn Oblast’. Ten groups of up to three Kyrgyz and German students addressed specific issues through case study approaches applied in selected rural and urban settings of the province. The scope of the individual subprojects encompassed issues like the car trade and public transport system in Naryn Town, the bazaar economy of the city, trade and value chains of milk and other animal products, the management and utilisation of pastures and irrigation water, challenges related to drinking water supply, small-scale gold mining, endogenous development potentials, and the representation of national identity in the study region. This report includes a selection of the manifold results gained by the Kyrgyz-German student group, and presents six case studies addressing diverse topics

Marina-Elena Heyink

Where is Jawaharlal Nehru University? Tracking Changes in India's Higher Education Development

Berlin Geographical Papers, Band 49

In recent years, the phenomenon of nationalism has evoked much attention when negotiating the institutional design of India’s universities. Justifiably rejecting the political project of naturalizing or essentializing the concepts of nation and nationhood, critical public and scientific discourse, however, often reduces nationalism to its symbolic or idealistic dimension. On the contrary, material structures of public institutional spaces have received little geographical attention when approaching national ideals, aspirations, conflicts, and controversies. This is despite the fact that constructed environments and spatial designs form a substantial link between the nation state of India and its public higher education in institutions. Arguing that space makes a difference, the paper in hand raises nationalism as a problem of simultaneous positioning. By tracking India’s higher education development through the example of Jawaharlal Nehru University campus space, I will not only focus on nationalism as a matter of symbol and categories of consciousness but also on the material dimensions of institutional design, namely building distribution, constructional aesthetics, and spatial accessibility. Thus, this work offers perspectives that extend beyond the idealization or demonization of the various notions of the Indian nation.

Raphael Pinheiro Machado Rehm

Small scale variability in soil hydraulic properties in a headwater catchment of the Indian Western Ghats

Geographien Südasiens, Band 9

Die indischen West Ghats unterliegen einem Monsunklima, mit Niederschlägen bis über 3000 mm im Jahr. Da die Gebirgskette den Ursprung nahezu aller großen Flüsse in Indien bildet, haben die Eigenschaften der Kopfeinzugsgebiete eine dementsprechend große Bedeutung für den Wasserhaushalt des gesamten Indischen Subkontinents. Doch der bisher ländlich geprägte Pune-Distrikt in Maharashtra, steht durch die Nähe zu den Agglomerationsräumen Mumbai und Pune, vor einem starken demografischen und wirtschaftlichen Wachstum und ist damit zunehmend von einem Landnutzungswandel betroffen. Während diese Veränderungen aus Fernerkundungsdaten erschlossen werden können, sind Daten über die Veränderung der Bodeneigenschaften nur grobskalig vorhanden. Wasser beeinflusst eine Vielzahl von physikalischen, chemischen und biologischen Prozessen in der Natur und damit fast jeden Aspekt der Bodenentwicklung. Doch umgekehrt sind die Eigenschaften der Böden für hydrologische Größen, wie beispielsweise der Speicherung und Bereitstellung von pflanzenverfügbarem Wasser, entscheidend. Um also Änderungen in der Hydrologie einer Region nachvollziehen zu können, sind detaillierte Kenntnisse über die Auswirkungen von Landnutzungsänderungen auf die Bodeneigenschaften erforderlich. Diese Arbeit soll dazu beitragen, die Charakteristik tropischer Bodenformationen in den nördlichen Western Ghats zu verstehen und mögliche Auswirkungen unterschiedlicher Landnutzungen auf die Bodenqualität unter besonderer Berücksichtigung der hydrologischen Eigenschaften aufzuzeigen.

Rafael Klöber, Manju Ludwig (Hrsg.)

HerStory. Historical Scholarship between South Asia and Europe
Festschrift in Honour of Gita Dharampal-Frick

Die Festschrift zu Ehren von Professor Dr. Gita Dharampal-Frick vereint eine Vielzahl an innovativen Beiträgen von Freunden, Kollegen und ehemaligen Studierenden zu den vielschichtigen Forschungsgebieten der Geschichte Südasiens, die Gita Dharampal-Frick in den letzten Jahrzehnten bereichert hat. Der Band deckt mehrere Jahrhunderte und facettenreiche Themen ab, die von transkulturellen Begegnungen zwischen Südasien und Europa, über Aspekte des kolonialen Diskurses, wie etwa der kolonialen Wissensproduktion oder der Aushandlung von Identitäten, wegweisende Ansätze der maritimen Geschichte des Indischen Ozeans bis hin zu vielfältigen Perspektiven auf M.K. Gandhi reichen.

Christof Zotter

Asketen auf Zeit
Das brahmanische Initiationsritual der Bāhun und Chetrī im Kathmandu-Tal

Auch nach ihrer Einpassung in die Reihe lebenszyklischer Rituale (saṃskāra) im ersten vorchristlichen Jahrtausend wurde die brahmanische Initiation (upanayana) überarbeitet und uminterpretiert. Heute wird sie beim vratabandha zusammen mit drei weiteren saṃskāras nebst Vor- und Rahmenritual vollzogen.

In diesem Buch wird mit einer Kombination von Textstudien und Feldforschung für eine bestimmte vedische Schule (den Weißen Yajurveda) und einen konkreten Kontext (das vratabandha der nepalischen Bāhun und Chetrī) untersucht, nach welchen Prinzipien Elemente verschiedener Ritualformen (saṃskāra, pūjā, homa etc.) kombiniert und an veränderte Zeiten und Situationen angepasst werden.

Die detaillierte Analyse der Form liefert auch einen Schlüssel zur Interpretation des komplexen Ereignisses vratabandha, in dem der Initiand vorübergehend zum Asketen wird, um an das Ritual herangeführt zu werden.

Markus Schleiter

Die Birhor - Ethnographie und die Folgen
Ein indischer "Stamm" im Spiegel kolonialer und postkolonialer Beschreibungen

Die Birhor sind eine indische "Stammesgruppe". Bekannt sind die Birhor als Spezialisten für Seilherstellung, Affenjagd, Heilkräuter und andere Waldprodukte. In diesem Buch untersucht der Autor die ethnographischen Darstellungen dieser Gruppe über Ansätze der Postcolonial Studies und zeigt dabei Widersprüche, aber auch erstaunliche Gemeinsamkeiten von den ersten kolonialen Berichten seit 1865 bis hin zu den neuesten Ethnographien. Anhand einer eigenen einjährigen „Teilnehmenden Beobachtung“ in deren Siedlungen deckt der Autor auf, dass diese Beschreibungen der Birhor – unter anderem als „unschuldige“ und „fröhliche“ „Jäger und Sammler“ – erhebliche ambivalente Konsequenzen für diese selbst haben. Diese Auswirkungen stehen in engem Zusammenhang mit der staatlichen Entwicklungsarbeit Indiens und umfassen Todesfälle durch Malaria.

 

Rüdiger Breuer, Heiner Roetz (Hrsg.)

Worüber man nicht spricht
Tabus, Schweigen und Redeverbote in China

Jahrbuch der Deutschen Vereinigung für Chinastudien, Band 12

Selbst auferlegte bzw. gesellschaftlich oder staatlich auferlegte Redetabus haben die chinesische Kulturgeschichte stets ebenso begleitet wie Versuche, sie zu brechen oder zu umgehen. Nicht nur die Philosophie, Historiographie und Literatur haben in diesem Spannungsfeld gestanden, sondern auch das moralische und das bis heute mit Redetabus konfrontierte politische Handeln.
Worüber man nicht spricht versammelt elf Beiträge, die einen Bogen vom chinesischen Altertum bis in die Gegenwart spannen und das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln heraus beleuchten. Untersucht werden: Fälle von Inzest in der chinesischen Antike; das Problem häuslicher Gewalt im gegenwärtigen China; die ursprünglich streng vertraulichen „Familienunterweisungen des Zhu Xi“; Ratgeberliteratur zu China mit ihren Empfehlungen und Verboten; die Kritik des republikzeitlichen Schriftstellers und Intellektuellen Lu Xun an Mechanismen der Macht; die Ausrichtung der Forschung zum ‚Buch der Wandlungen‘ (Yijing); politischer Faktionalismus im Einparteienstaat China; der Linguist Wei Jian¬gong und seine Rechtfertigungen sprachpolitischer Maßnahmen; das politische Engagement des Filmschaffenden Shi Hui in den 1940er Jahren sowie die Aktivitäten des Performancekünstlers He Yunchang im politischen und sozialen Kontext der Volksrepublik China. Auf diese Weise entsteht ein facettenreiches Bild von Tabus und Redeverboten in Geschichte und Gegenwart Chinas.

Anna Martin

Übersetzung als kultureller Transfer
Eine Untersuchung persischer Versionen des indischen Vikrama-Erzählzyklus

Über den indischen König Vikrama, der den Idealtypus eines gerechten und aufopferungsvollen Herrschers verkörpert, liegt eine Reihe von Erzählungen in verschiedenen indischen Sprachen vor. Daneben finden sich auch persische Fassungen aus der Zeit, als Persisch in Indien für mehrere Jahrhunderte als Literatur- und Verwaltungssprache genutzt wurde.

Die vorliegende Untersuchung befasst sich mit diesen persischen Versionen. Im Fokus der Betrachtung steht eine Bearbeitung aus dem 17. Jahrhundert, die der Autor Kišandās erstellte und „Kišans Unterhaltungsstück“ (Kišanbilās) nannte.  Die persischen Versionen werden sowohl hinsichtlich ihrer Orientierung an den Sanskritrezensionen der Vikramageschichten, als auch im Gesamtkontext persischer Literatur in Indien analysiert. Dabei steht die Frage nach der Anpassung an intendierte Rezipienten und dem Vorgehen der Übersetzer bzw. Bearbeiter im Vordergrund.

Matthias Schmidt, Alexander Follmann, Julia Poerting (Hrsg.)

Aktuelle Forschungsbeiträge zu Südasien
7. Jahrestagung des AK Südasien, 27./28. Januar 2017, Augsburg

Geographien Südasiens, Band 8

Extended Abstracts der 7. Jahrestagung des AK Südasien, 27./28. Januar 2017 in Augsburg.

 

Jürgen Neuß

Māndhātr̥durga
A Preliminary Catalogue of the Historic Monuments at Oṃkāreśvar-Māndhātā

Mit Māndhātr̥durga – A Preliminary Catalogue of the Historic Monuments at Oṃkāreśvar–Māndhātā legt Jürgen Neuß erstmals einen umfassenden Überblick über die erhaltenen historischen Überreste in Oṃkāreśvar-Māndhātā, dem wichtigsten hinduistischen Pilgerort im Narmadā-Tal vor. Obschon der Ort bereits seit der Mitte des 19. Jahrhunderts als archäologische Fundstätte bekannt ist, wurde bis heute übersehen, dass die historischen Überreste weit umfangreicher und in sich geschlossener sind, als die wenigen publizierten archäologischen Berichte, die sich zudem nur mit wenigen Einzelbauwerken beschäftigen, vermuten lassen. Dieses Buch liefert den lange überfälligen Überblick über das gesamte Areal, das im wesentlichen aus drei historischen Siedlungsbereichen besteht. In deren Zentrum steht eine wohlstrukturierte Festungsanlage, Māndhātr̥durga, die die einzige erhaltene befestigte Stadtanlage der Paramāras of Dhāra im gesamten Narmadā-Tal darstellt