Schmidt, Matthias, Follmann, Alexander, Poerting, Julia (Hrsg.)

Aktuelle Forschungsbeiträge zu Südasien
7. Jahrestagung des AK Südasien, 27./28. Januar 2017, Augsburg

Geographien Südasiens, Band 8

Extended Abstracts der 7. Jahrestagung des AK Südasien, 27./28. Januar 2017 in Augsburg.

 

Bayer, Melissa

Large-scale land acquisitions in rural Cambodia
The case of Samot Leu Village in Lumphat District, Ratanakiri Province

Berlin Geographical Papers, Band 47

The mechanism of granting Economic Land Concessions (ELCs) to (inter-)national investors for agro-industrial exploitation was the starting point of a wave of large-scale land acquisitions in Cambodia since the Royal Government of Cambodia (RGC) issued a respective directive in 2005.

While ELCs are supposed to combine overall economic benefits on the one hand with poverty reduction and the compliance with environmental standards on the other hand, it turned out that there is a wide gap between the legal framework, which is supposed to govern the granting of ELCs, and its actual implementation on the ground. Eventually, the granting of ELCs led to severe human rights violations and several land conflicts, involving the local population, investor companies, political and economic elites as well as authorities. This situation is especially difficult for the Indigenous Peoples of Cambodia, who not just struggle to claim rights to their lands, but for whom land is also an essential component of livelihood.

Drawing on a literature review and the results of a two-month field study, this thesis aims at shedding light at the relationship between different actors of society and land as a resource in the context of asymmetrical power constellations within the land conflict of Samot Leu Village in Seda Commune, Lumphat District, Ratanakiri Province.

Martin, Anna

Übersetzung als kultureller Transfer
Eine Untersuchung persischer Versionen des indischen Vikrama-Erzählzyklus

Über den indischen König Vikrama, der den Idealtypus eines gerechten und aufopferungsvollen Herrschers verkörpert, liegt eine Reihe von Erzählungen in verschiedenen indischen Sprachen vor. Daneben finden sich auch persische Fassungen aus der Zeit, als Persisch in Indien für mehrere Jahrhunderte als Literatur- und Verwaltungssprache genutzt wurde.

Die vorliegende Untersuchung befasst sich mit diesen persischen Versionen. Im Fokus der Betrachtung steht eine Bearbeitung aus dem 17. Jahrhundert, die der Autor Kišandās erstellte und „Kišans Unterhaltungsstück“ (Kišanbilās) nannte.  Die persischen Versionen werden sowohl hinsichtlich ihrer Orientierung an den Sanskritrezensionen der Vikramageschichten, als auch im Gesamtkontext persischer Literatur in Indien analysiert. Dabei steht die Frage nach der Anpassung an intendierte Rezipienten und dem Vorgehen der Übersetzer bzw. Bearbeiter im Vordergrund.

Herter, Marc

Development as Spectacle: Understanding Post-War Urban Development in Colombo, Sri Lanka
The Case of Arcade Independence Square

Geographien Südasiens, Band 7

Diese Studie untersucht die nachkriegszeitliche Stadtentwicklung in Colombo. Auf der Grundlage von Guy Debords Buch mit dem Titel Die Gesellschaft des Spektakels wird die Thematik der Neugestaltung der urbanen Landschaft als Konsumlandschaft einer postindustriellen Gesellschaft aufgegriffen. Im internationalen Standortwettbewerb um Ansehen und Geschäftsinvestitionen greifen Stadtplaner vermehrt auf Stararchitektur als Werkzeug zur Markenbildung eines Standorts zurück. So erhofft sich das nachkriegszeitliche Sri Lanka von den größten sozialen Herausforderungen betreffend ethnischer Segregation, Armut oder Ethno-Nationalismus mittels eines durch infrastrukturelle Großinvestitionen induzierten Wirtschaftswachstums ablenken zu können. Anhand von Arcade Independence Square, eines neu entwickelten luxuriösen Einkaufszentrums in Colombo, zeigt diese Studie auf, wie die Regierung mit ihrer nachkriegszeitlichen Stadtentwicklungsagenda von solchen Problemen abwenden will.

Neuß, Jürgen

Māndhātr̥durga
A Preliminary Catalogue of the Historic Monuments at Oṃkāreśvar-Māndhātā

Mit Māndhātr̥durga – A Preliminary Catalogue of the Historic Monuments at Oṃkāreśvar–Māndhātā legt Jürgen Neuß erstmals einen umfassenden Überblick über die erhaltenen historischen Überreste in Oṃkāreśvar-Māndhātā, dem wichtigsten hinduistischen Pilgerort im Narmadā-Tal vor. Obschon der Ort bereits seit der Mitte des 19. Jahrhunderts als archäologische Fundstätte bekannt ist, wurde bis heute übersehen, dass die historischen Überreste weit umfangreicher und in sich geschlossener sind, als die wenigen publizierten archäologischen Berichte, die sich zudem nur mit wenigen Einzelbauwerken beschäftigen, vermuten lassen. Dieses Buch liefert den lange überfälligen Überblick über das gesamte Areal, das im wesentlichen aus drei historischen Siedlungsbereichen besteht. In deren Zentrum steht eine wohlstrukturierte Festungsanlage, Māndhātr̥durga, die die einzige erhaltene befestigte Stadtanlage der Paramāras of Dhāra im gesamten Narmadā-Tal darstellt

Hartmann, Sarah

The Work of Medical Travel Facilitators
Caring For and Caring About International Patients in Delhi

Geographien Südasiens, Band 6

„Medical travel facilitators“ spielen eine wichtige Rolle in der Realisierung transnationaler Gesundheitsmärkte, denn sie unterstützen Personen auf der Suche nach medizinischen Behandlungen im Ausland. Über ihre Arbeit an Medizintourismus-Destinationen wie Delhi in Indien ist bislang aber nur wenig bekannt.

Ethnographische Forschung zeigt, dass „medical travel facilitators“ in Delhi ein breites Tätigkeitsspektrum abdecken, um PatientInnen umfassend und individuell zu unterstützen. Ihre Arbeit, so die Argumentation, kann als Care-Arbeit konzeptualisiert werden. Dabei kümmern sie sich nicht nur um das allgemeine Wohl der PatientInnen, sondern umsorgen diese auch auf bemerkenswert aufmerksame und hingebungsvolle Weise. Die in einem geschäftlichen Rahmen ausgeführten Praktiken zeigen, wie eng verflochten ökonomische Prinzipen und Care-Logiken sein können und stellen damit die oft gezeichnete Dichotomie zwischen kalter Wirtschaft und wohlwollender Lebenswelt in Frage.

Patterson, Fraser Stuart

Practices, Productivity and Perception
A Vulnerability Assessment of Rice Farming Households in the Eastern Ghats, India

Berlin Geographical Papers, Band 46

Verwundbarkeitsanalysen werden immer häufiger als Methode angewandt, um die Vulnerabilität von Haushalten, Gemeinschaften, Regionen und Ländern gegenüber ökologischen und sozialen Veränderungen zu evaluieren. In dieser Studie wird auf das Konzept der inherent oder underlying Verwundbarkeit zurückgegriffen und ein sozio-ökologischer Verwundbarkeitsindex erstellt, der in einem Fallbeispiel in den Ostghats von Indien angewendet wird. Die Haushalte wurden in Kategorien nach Bewässerungsverfahren und Größe der Anbaufläche eingeteilt. Anschließend wurde für jede dieser Untergruppen die Vulnerabilität erhoben, um Zusammenhänge zwischen Anbaumethoden, Anbaufläche und Vulnerabilität zu erkennen. Diese Studie kommt zu dem Ergebnis, dass für Bauern und Bäuerinnen, die Regenfeldanbau praktizieren, eine höhere Verwundbarkeit besteht als für Bauern und Bäuerinnen, die Reis auf Feuchtland kultivieren. Trotz einer höheren Produktivität zeigte sich in der statistischen Analyse eine größere Verwundbarkeit der kleinbäuerlichen im Vergleich zur großbäuerlichen Landwirtschaft. Die höhere Produktivität der kleinbäuerlichen Landwirtschaft resultiert aus einer größeren Anwendung von chemischen Düngermitteln, leistungsstärkerem Saatgut und intensiverem Einsatz von Arbeitskraft. Die Anwendung dieser produktivitätssteigernden Methoden kann als Anpassungsstrategie an die höhere Verwundbarkeit gegenüber sozialen und ökologischen Veränderungen verstanden werden. 

Kunz, Hans-Martin

Schaubühnen der Öffentlichkeit
Das Jatra-Wandertheater in Westbengalen (Indien)

Jatra ist eine im indischen Bundesstaat Westbengalen populäre Wandertheaterform, die sich im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts vom Volkstheater zu einer bedeutenden Kulturindustrie gewandelt hat und mit seinen melodramatischen, aber oft auch politischen Stücken jährlich mehrere zehn Millionen Menschen auf dem bengalischen und Land und in den Kleinstädten erreicht. Die Dissertation „Schaubühnen der Öffentlichkeit. Das Jatra-Wandertheater in Westbengalen (Indien)“ von Hans Martin Kunz analysiert die von Kalkutta ausgehenden historischen Entwicklungen sowie die aktuellen Modernisierungsstrategien der Akteure dieses tourenden Musicalspektakels und legt dar, dass das Jatra-Theater entgegen seiner üblichen Kategorisierung nicht als Volkstheater, sondern als Massenmedium betrachtet werden muss und seine Rolle zentral für das Verständnis der westbengalischen Öffentlichkeit bzw. public sphere ist.

Corff, Oliver

A Bibliography of Online Resources on Chinese Strategy, Security and Military Matters
Version 6.2, December 27, 2016

Die hier vorgestellte Bibliographie entstand ursprünglich als Hilfsmittel für laufende Forschungsarbeiten. Sie ist nicht abgeschlossen, sondern wird in regelmäßigen Abständen überarbeitet und ergänzt.

Jani, Jaydev A., Schreiner, Peter

The Satsaṅgijīvanam by Śatānanda
The Life and Teachings of Swaminarayana. An English summary of contents with index

Swami Sahajananda (1781-1830), der Gründer der Swaminarayan Bewegung, der von seinen Anhängern als Verkörperung Krishnas angesehen wird, ließ das Satsangijivanam von Swami Shatananda schreiben, damit sein Wirken und seine Lehre unter seinen Nachfolgern durch diesen Text weiterleben. Das umfangreiche, auf Sanskrit abgefasste Werk wird hier in einer englischen Zusammenfassung vorgelegt. Der Text beschreibt die Biographie von Swami Sahajananda und ist ein aufschlussreiches Dokument zur religiösen Situation des Hinduismus im Gujarat seiner Zeit. Er gibt Aufschluss über die religiösen Bräuche (Feste, Normen und Werte für das private und öffentliche Leben), mit denen die als Missstände empfundenen Praktiken (z.B. Tieropfer) ersetzt werden sollen. Der Inhalt wird durch einen detaillierten Index erschlossen.

Weitere zugehörige Forschungsdaten finden Sie unter nachstehendem Open Data-Link:
doi:10.11588/data/10095

Franke, Martina

Hoffnungsträger und Sorgenkind Südasien
Westdeutsche Betrachtungen und Begegnungen zwischen 1947 und 1973

Mit Indien und Pakistan waren unterschiedliche und sich verändernde Erwartungshaltungen verbunden. Mediale Akteure und Akteurinnen – u.a. Hans Walter Berg, Immanuel Birnbaum, Thilo Bode, Klaus Natorp, Giselher Wirsing und Marion Gräfin Dönhoff – trugen ihre Sichtweisen von Südasien in die Medienöffentlichkeit der aufstrebenden deutschen Bundesrepublik. Sie erlauben dadurch nicht nur einen Einblick in die Austauschbeziehungen zwischen Medien und Politik, sondern auch in kollektive gesellschaftliche Selbstbeschreibungsprozesse in der komplexen Zeitperiode von Dekolonisation, Kaltem Krieg und geteilter deutscher Wirklichkeit.

Der Fokus dieser Studie liegt auf der Wahrnehmung der Länder Südasiens in einer sich wandelnden westdeutschen politischen Öffentlichkeit. Die medial transportierten Bilder von Jawaharlal Nehru, dem ersten indischen Ministerpräsidenten, und die Sichtweisen auf Ereignisse wie den indisch-portugiesischen Konflikt um Goa oder die deutsch-indische Zusammenarbeit am Stahlwerk in Rourkela verdeutlichen unterschiedliche Perspektiven. Die Wahrnehmung der politischen Entwicklung in Südasien bis Anfang der 1970er Jahre stand im Zusammenhang mit den Debatten um die Vergabe und Verwendung von Entwicklungshilfe. Dabei prägten generationelle Zugehörigkeiten und unterschiedliche Lebenserfahrungen die Eigen- und Fremdwahrnehmung.

In einer Phase des globalen gesellschaftlichen und politischen Wandels und eines Krisengefühls in der westdeutschen Gesellschaft in den Jahrzenten nach dem Zweiten Weltkrieg diente Südasien der Verdrängung der eigenen Schuld, war Hilfe in der Identitätskrise und gab Orientierung und Stabilität bei Demokratisierung und Wirtschaftswachstum.

Dörre, Andrei, Kreutzmann, Hermann, Schütte, Stefan (Hrsg.)

Pamirs at the Crossroads
Changing challenges and perspectives

Berlin Geographical Papers, Band 45

The meeting ‘Pamirs at the crossroads’ was convened in the framework of the Pamir research project sponsored by the Volkswagen Foundation as a final conference that was looking back at what was achieved by previous academic and scientific activities in better understanding the historical heritage for path-dependent development. A further aspect of the ‘meeting of minds’ was to develop a vision for desiderata, short-comings and urgent needs directed towards Pamir-focused development and research efforts. All persons who could follow the invitation to convene in Berlin were experts in their respective fields thus representing a wide range of different personal experiences, professional backgrounds and upbringings. It was attempted to create a cross-border perspective that was focusing on a remote region in all countries that claim to have a share in the Pamirs. By looking from the periphery on local developments, regional connections, national dependencies and global networks the web of multi-fold interrelationships and contrasting perceptions emerged and illustrated the complex challenges to which this meeting of minds could contribute only some glimpses. The two-day deliberations were structured in five themes, two keynotes, and one summarising statement.

Schlitz, Nicolas, Poerting, Julia (Hrsg.)

Aktuelle Forschungsbeiträge zu Südasien
6. Jahrestagung des AK Südasien, 22./23. Januar 2016, Osnabrück

Geographien Südasiens, Band 5

Extended Abstracts der 6. Jahrestagung des AK Südasien, 22./23. Januar 2016, Osnabrück.

 

Schmidt, Matthias

Transformation der Livelihood Strategies im ländlichen Kirgistan
Verlorene Sicherheiten und neue Herausforderungen

Berlin Geographical Papers, Band 32

Im ehemaligen sowjetischen Mittelasien erklärten im Jahre 1991 fünf neue Staaten ihre Unabhängigkeit: Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan, Tadschikistan und Kirgistan. Die Unabhängigkeit dieser Länder war jedoch weniger das erklärte Ziel von vorausgegangenen Bestrebungen, wie etwa in den ostmitteleuropäischen Staaten, sondern eine Folge der Implosion der Sowjetunion. Unerwartet wurden die politischen Führer der mittelasiatischen Teilrepubliken vor die Aufgabe gestellt, einen eigenen neuen „Staat zu machen“ und, so die Wunschvorstellung des Westens, die als alternativloses Vorbild genannten Liberalisierungs- und Demokratisierungsstrategien umzusetzen. (...) Wie die vergangenen 15 Jahre seit der Unabhängigkeit gezeigt haben, verfolgen die Regierungen der neuen mittelasiatischen Republiken jedoch sehr unterschiedliche Entwicklungspfade, in denen marktwirtschaftliche oder gar demokratische Prinzipien nur bedingt umgesetzt werden.
Das Ziel der vorliegenden Abhandlung besteht darin, der Frage nachzugehen, wie sich diese oftmals akademisch formulierten und auf der Makroebene initiierten Transformationsprozesse auf die Lebensbedingungen der Mikroebene, genauer gesagt der privaten Haushalte im ländlichen Kirgistan auswirken. Dabei ist die postsozialistische Transformation als ein Prozess des gleichzeitigen Wandels des gesamten Gesellschaftssystems mit seinen ökonomischen, politischen und rechtlichen Subsystemen aufzufassen.

Maier, Christian

Decentralised Rural Electrification by Means of Collective Action
The Sustainability of Community-Managed Micro Hydels in Chitral, Pakistan

Berlin Geographical Papers, Band 33

Programmes for rural electrification, as the most prominent approach to rural energy development, are commonly embedded into rural development policies of developing countries. As in most cases national power utilities are entrusted with the task of rural electrification, these programmes are most often designed as centralised grid extension programmes. These are, however, expensive and, due to scattered villages in rural areas, do not always represent the least-cost solution for electrification. Therefore decentralised electricity and generation through diesel generators or renewable energy (RE) can often be considered as more appropriate and cost-effective. (…)

The most common business model for developing renewable energy mini grid systems is community-based organisations. Regarding the electrified village, such a community managed project requires collective action – “voluntary action taken by a group to achieve common goals.” However, in contrast to a state-owned or private solution, electricity generated in that way has characteristics of common-pool resources (CPRs), whose utilisation would, according to Hardin’s (1968) thesis, in the long term result in a “tragedy” due to over-exploitation by the users.

An example of a decentralised rural electrification project with community-managed electricity generation is the micro hydel programme of the Aga Khan Rural Support Programme (AKRSP) in Chitral, the mountainous northernmost district of the North West Frontier Province (NWFP) in Pakistan. (…)

In order to answer the question, what factors influence or even imperil the sustainability of community-managed micro hydels and to what extent Hardin’s thesis applies to these projects, a three month research internship with AKRSP in Pakistan was carried out. One month was spent in its headquarters in Gilgit, in the Northern Areas, for the collection of secondary data, and two months in the Regional Office in Chitral. Thence 27 micro hydel projects were visited and interviews with persons involved in the management of the projects were conducted.

Blank, Mirjam

Rückkehr zur subsistenzorientierten Viehhaltung als Existenzsicherungsstrategie
Hochweidewirtschaft in Südkirgistan

Berlin Geographical Papers, Band 34

Mit dem Ende der UdSSR wurden politische und wirtschaftliche Transformationsprozesse ausgelöst, deren Auswirkungen die Menschen in den betroffenen Ländern, darunter auch Kirgistan, stark zu spüren bekamen. Die mit der Transformation verbundene Privatisierung staatlicher Agrarbetriebe und die Erosion staatlicher Sicherungssysteme bewirkten besonders auf dem Land eine gravierende Änderung der bisherigen Lebensumstände, da gewohnte Arbeits- und Einkommenssicherheiten schlagartig an Bedeutung verloren und die Bevölkerung plötzlich für ihre Lebensunterhaltssicherung selbst verantwortlich wurde. Bei der Suche nach geeigneten Strategien zur Existenzsicherung kommt es seitdem verstärkt zu einem Rückgriff auf bewährte Wirtschaftspraktiken.

Im Zentrum des Interesses dieser Studie stehen die Menschen, die in einem abgelegenen Hochgebirgsraum leben und – auf den politisch-wirtschaftlichen Systemwande völlig unvorbereitet – eine neue Überlebensstrategie einschlagen mussten. Ein Anliegen ist es, die Handlungsmotive dieser Menschen zu verstehen, die sich aus der sozioökonomischen Lebenssituation und der Beschaffenheit des Naturraums ergeben.

Kreutzmann, Hermann, Schmidt, Matthias, Benz, Andreas (Hrsg.)

The Shigar Microcosm
Socio-economic Investigations in a Karakoram Oasis Northern Areas of Pakistan

Berlin Geographical Papers, Band 35

Shigar is located in the Central Karakoram, where the residents make a living based on a combination of crop farming and animal husbandry. Because of the high mountain environment and the arid climatic conditions reflected in sparse natural vegetation cover agricultural activities face significant challenges when survival on local resources is attempted. Previous investigations and studies have described the livelihood conditions and agricultural strategies adopted in the Shigar oasis. The so-called combined mountain agriculture applied here is similar to farming strategies which can be observed in the Hindu Kush, Karakoram and Himalaya.
In Shigar, the utilisation of irrigated land plays an important role within the livelihood strategies of the local people. In our study we follow the question: “In which way did land use change during the last decade?”

Kreutzmann, Hermann, Schütte, Stefan (Hrsg.)

Three Years After
Evaluation of the GRC/ICRC Livestock Programme in the Earthquake-affected Areas of Pakistan-administered Kashmir

Berlin Geographical Papers, Band 36

Three years after the devastating earthquake in Pakistan-administered Kashmir most relief and development programmes have gradually cut down their activities to help local communities recuperate from the disaster. In the immediate aftermath of the October 8th, 2005 earthquake a number of national and international relief organisations engaged in activities to support local communities. These activities have only rarely been evaluated to determine whether they had a mid-range or longer-lasting impact on the livelihoods of the affected people.

The report presented here is the result of an impact assessment of a livestock project implemented in the earthquake affected areas by the German Red Cross (GRC) in collaboration with the International Committee of the Red Cross (ICRC). This assessment was a joint effort of the relief and development activities executed by GRC/ ICRC, and academia from the Centre for Development Studies in the Institute of Geographic Sciences at Freie Universität Berlin. The participatory evaluation involved experienced staff from the Red Cross and representatives of village communities from the four Union Councils in Muzaffarabad District that were severely affected by the earthquake. Both acted as valuable knowledge resources, interpreters and mediators in focus group discussions and expert interviews that were conducted during the three weeks of fieldwork between March 18 and April 2, 2009. (...)

The prime objective of this joint programme was to evaluate the impact of a livestock package that intended to augment the livelihoods and provide a resource base for families affected by the earthquake, going beyond sheer disaster relief efforts and moving towards more sustainable development. The second objective was to identify achievements and short-comings of the livestock package in order to identify lessons-learned for future economic and social programmes in the context of post-disaster interventions.

Vöhringer, Max

Renewable Energy and Sustainable Development
An Impact Assessment of Micro and Mini Hydel Projects in Gilgit-Baltistan, Pakistan

Berlin Geographical Papers, Band 37

The Clean Development Mechanism (CDM) is a policy instrument that aims to take into account the climate development nexus. It is part of the global climate regime of the Kyoto protocol, in which most of the so-called developed countries of the world committed to reduce their GHG emissions by 5.2% below the level of 1990 until 2012. The CDM includes the developing countries in the regime by allowing developed countries to comply with their reduction commitments through the support of renewable energy projects in developing countries. The dual objective of the instrument – as laid down in article 12 of the Kyoto protocol – is to support developed countries in complying with their emission targets and to assist the developing countries in achieving Sustainable Development. There are no internationally standardized guidelines for the Sustainable Development objective but it is the host party’s responsibility to define, assess, and monitor the respective criteria.

At its initiation in 1997, the CDM was widely welcomed with high expectations for its ability to stimulate developmental benefits. By 2010, the CDM has been a great success in terms of the high quantity of projects being implemented, but has been criticised for various qualitative reasons. One of the areas of concern is that CDM projects often neglect the goal of fostering Sustainable Development on the project level and only rarely address the poorest segments of the population directly and appropriately. In order to test this hypothesis, processes on the local project level have to be analysed. What benefits are in fact created by the renewable energy projects initiated on the global climate policy level, and which of these actually impact the individual? It is the objective of this paper to investigate these questions through assessing the impact of three exemplary projects realized under the CDM.

The examples presented are small-scale hydro power plants implemented by the Aga Khan Rural Support Programme (AKRSP), a non-governmental development organisation, in Gilgit-Baltistan in the north of Pakistan. Thus far, most of the local energy demand is met by the use of biomass and fossil fuels. By implementing so-called run-of-river hydro power plants that, in contrast to larger hydro power stations, have no storage reservoir, AKRSP aims to improve the deficient access of the region’s rural population to electricity. The plants have capacities ranging between 35 and 600 kW and are also referred to micro and mini “hydels”. Comparable projects have been implemented in the high mountain region for many years. Through their promotion by the CDM they are now gaining increased prominence on the global level.

Kreutzmann, Hermann, Schütte, Stefan (Hrsg.)

After the Flood in Pakistan
Assessing Vulnerability in Rural Sindh

Berlin Geographical Papers, Band 38

After the devastating floods of August-September 2010 had destroyed the living abodes and detrimentally affected the basic resources of several million people in Pakistan, the subsequent relief operations were supposed to be terminated half a year later. By March 2011 a new phase with coordinated steps for mid-term rehabilitation and long-term development activities were envisaged. The way forward posed a major challenge. (...)

The report presented here draws the attention to one of the least-studied regions of Pakistan and to three districts in Sindh Province. The report covers eight villages in Sindh's Badin, Dadu, and Thatta districts. The selection of villages is strongly linked to the initiators and sponsors of this independent research project. The German Red Cross (GRC) and the Pakistan Red Crescent Society (PRCS) suggested to the Centre for Development Studies at Freie Universität Berlin to cooperate again - after a successful joint evaluation of development packages in Kashmir in 2009 (see volume 36 of this series) - in an assessment in Sindh Province. This time, the terms for the assessment followed a different rationale in involving the independent academic supporters. (...)

The objectives were wide-spread and far-reaching: First, to gain some insight into the socio-economic situation of rural communities in a wider setting of their districts, in their relationship to developments in Sindh province and within Pakistan. Second, to analyse the social set-up in rural Sindh in terms of vulnerability and exposure to risk. Third, to assess the impact the recent floods had on the livelihoods of households in the village settings. Fourth, to formulate recommendations for implementation of project packages.  (...) The result of our work is presented in this report.