Ulrike Niklas, Heinz Werner Wessler, Peter Wyzlic, Stefan Zimmer (Hrsg.)

»Das alles hier«
Festschrift für Konrad Klaus zum 65. Geburtstag

»Das Weltall, die Gesamtheit des in der Welt Vorhandenen, wird in den Brāhmaṇas gewöhnlich mit dem Ausdruck idaṃ sarvam ›das alles hier‹ bezeichnet…«, heißt es in der Doktorarbeit von Konrad Klaus Die altindische Kosmologie (1986). Die Vollendung seines 65. Lebensjahres – zugleich die Vollendung von zwei Jahrzehnten als Universitätsprofessor in Bonn – ist uns willkommener Anlass, Konrad Klaus mit der vorliegenden Festschrift zu ehren. »Das alles hier« darf gerne auch im Hinblick auf das bisherige Lebenswerk des Geehrten gedeutet werden: Ein reiches akademisches Wirken mit vielfachen Aktivitäten in Lehre, Forschung und Wissenschaftsmanagement mit einer großen Zahl brillanter Publikationen zu philologischen und kulturgeschichtlichen Fragestellungen als sichtbare Zeichen. Konrad Klaus hat einen würdigen Platz in der wissenschaftlichen Traditionslinie der Indologie, die in Deutschland institutionell mit der Einrichtung des ersten der indischen Philologie gewidmeten Lehrstuhls an der neugegründeten Universität Bonn 1818 begann. Es wäre verfehlt, zu glauben, die 200-Jahr-Feier 2018 sei eine Art vorgezogenes Begräbnis gewesen. Der Übergang zur Südasienkunde mit einem erneuerten Profil gehört mit zum Lebenswerk von Konrad Klaus, der, obwohl selbst klassischer Indologe, diese Neuausrichtung voll unterstützte und wohlwollend begleitete.

Kathrin Holz

The Bhadrakarātrī-sūtra
Apotropaic Scriptures in Early Indian Buddhism

Monographien zur indischen Archäologie, Kunst und Philologie, Band 27

Dieses Buch untersucht das Bhadrakarātrī-sūtra, einen wichtigen Vertreter der frühen buddhistischen rakṣā-Literatur, und leistet damit einen Beitrag zur Erforschung dieser Literaturgattung. Diese Arbeit präsentiert schließlich eine Edition, Teilrekonstruktion und Übersetzung der beiden erhaltenen Sanskrit-Manuskripte, die in Zentralasien gefunden wurden sowie eine kritische Edition und Übersetzung der tibetischen Version dieses Textes. Besonderes Augenmerk wird auch auf die chinesischen und tibetischen Varianten der Mantras gelegt. Außerdem werden spezifische rakṣā-Elemente, formale Merkmale sowie sprachliche und semantische Muster des Bhadrakarātrī-sūtra hervorgehoben. Diese sind entscheidend für das Verständnis der Besonderheiten seiner Sprache sowie seiner textlichen Entwicklung und Einordnung in die rakṣā-Literatur.

Liang Chen

Begräbnistexte im sozialen Wandel der Han-Zeit
Eine typologische Untersuchung der Jenseitsvorstellungen

Während der Han-Zeit (202 v.Chr.– 220 n.Chr.) wurden in China den Gräbern Begräbnistexte beigegeben. Diese sollten der Kommunikation zwischen Diesseits und Jenseits dienen. Dieses Werk analysiert systematisch Begräbnistexte aus etwa 180 Gräbern und zeigt so die Entwicklung der Jenseitsvorstellung in Verbindung mit dem gesellschaftlichen Wandel in der Han-Zeit auf. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Form und materielle Beschaffenheit der Texte, ihre physische und symbolische Position im Grab sowie das Layout der Begräbnistexte und die in ihnen verwendeten Siegel gelegt. Durch die statistische Auswertung des geografischen und zeitlichen Auftretens der Begräbnistexte werden zudem die Verbreitungszentren identifiziert und regionale Interaktionen aufgezeigt. Außerdem wird der Zusammenhang zwischen dem Ausbruch von Epidemien und der Verbreitung der grabschützenden Texte in der Ost-Han-Zeit untersucht. Anhand ausführlicher Textanalysen wird anschließend der Frage nachgegangen, ob grabschützende Texte als Produkte des Volksglaubens oder des Daoismus anzusehen sind.

Arian Hopf

Translating Islam, Translating Religion
Conceptions of Religion and Islam in the Aligarh Movement

Religion is commonly perceived as an unequivocally defined concept. However, a historic perspective raises questions about this understanding and reveals religion as a concept that developed only in a process of negotiation with other religions. In particular, the 19th century is of special interest in this regard, as the colonial encounter intensifies tremendously in South Asia. The religions of South Asia are scrutinised, categorised and compared to Christianity by Europeans, which leads to the development of religion as abstractum. Missionary and orientalist critique as well as modern science pose to be an entirely new confrontation for the Muslims of South Asia. This book aims to analyse Muslim responses to this confrontation, which imply a translation of Islam as a religion as well as an adaption of the concept of religion itself. The Aligarh Movement is of particular interest in this regard, as it intensively engages in these debates, trying to integrate a re-interpretation of Islam in these discourses.

Felix Otter

A Course in Reading Classical Newari
Selections from the Vetālapañcaviṃśati

A Course in Reading Classical Newari ist in zwei Teile gegliedert. Der erste Teil bietet in sechzehn Lektionen eine Einführung in Phonologie, Morphologie und Syntax des klassischen Newari ausgehend von der Literatursprache des späten 17. Jahrhunderts. Auch die in der Mehrzahl der in dieser Epoche verfassten Manuskripte verwendete Schrift (pracalita lipi) wird behandelt. Jede der sechzehn Lektionen schließt mit einer praktischen Übung ab. Teil zwei besteht aus zehn im Wortlaut unveränderten Lesestücken, die der bisher unedierten Newari-Fassung der Vetālapañcaviṃśati entnommen sind. Ein Schlüssel zu den Übungen, Verbverzeichnis und Glossar schließen den Band ab.

Alexander Follmann, Judith Müller, Gregor C. Falk (Hrsg.)

Aktuelle Forschungsbeiträge zu Südasien
10. Jahrestagung des AK Südasien, 24./25. Januar 2020, Freiburg

Geographien Südasiens, Band 12

Extended Abstracts der 10. Jahrestagung des AK Südasien, 24./25. Januar 2020 in Freiburg.

Fabienne Wallenwein

Tackling Urban Monotony
Cultural Heritage Conservation in China’s Historically and Culturally Famous Cities

With the threat and emergence of monotonous cityscapes in a rapidly urbanizing China, the pressure to preserve local characteristics has taken centre stage. Central and local governments at the beginning of the 1980s responded by prioritizing 24 cities with historical value and cultural relics. Drawing on international standards and experiences of early Chinese architects such as Liang Sicheng, the concept of “Historically and Culturally Famous Cities” begins to take shape. The study delineates three revitalized residential areas in the Jiangnan region, two of them characterized by splendid private gardens, Ming and Qing period mansions of historical figures, ceremonial archways, historic wells and trees. Strictly adhering to international conservation guidelines, the development of the Pingjiang Historic and Cultural Block in Suzhou came about in the conservation of its central road. As a pilot site for UNESCO’s Historic Urban Landscape management approach, Tongli Ancient Water Town explores its own ‘Tongli model’ for an integration of its residential and scenic areas. Contrastingly, the transformation of factory buildings and lilong architecture into a creative crucible in Tianzifang, Shanghai, is remarkable for its bottom-up approach. Based on these three areas which now serve as exemplars for integrated conservation and development, the study argues and demonstrates how “Historically and Culturally Famous Cities” developed from their initial concept into a multi-layered conservation system.

Johanna Hahn

Mythos und Moloch
Die Metropole in der modernen Hindi-Literatur (ca.1970-2010)

Die vorliegende Studie untersucht Hindi-sprachige Stadtliteratur in der Zeit zwischen 1970 und der Gegenwart. Anhand von populären Mythen wie der „trügerischen Stadt“ (māyāvī śahar), Figuren wie dem Flaneur und Orten wie der Teebude zeigt sie, wie regionalsprachliche Narrative eine Schnittstelle zwischen globalen und nationalen Diskursen und lokalen Erfahrungswelten bilden. Hindi-Stadtliteratur eröffnet einen kritischen Diskursraum für gesellschaftliche Selbstbefragungen im modernen Indien. Einerseits stabilisiert sie Identitätsvorstellungen, andererseits bietet sie Raum für alternative Vorstellungen von einem authentischen Zusammenleben in Delhi, Mumbai, Kalkutta und anderen nordindischen Großstädten. Erstaunlicherweise orientieren sich sowohl konservative als auch (neo)marxistische Alternativen an demselben Gedanken der idealisierten indischen Nation. Gerade utopische Erzählungen und Werke, in denen es um Bürgerschaft geht, schlagen mit der Frage nach dem „Eigenen“ eine Brücke zwischen dem nationalen Einheitsideal der Gründerjahre der indischen Republik und der postkolonialen Kritik der 1980er und 1990er Jahre. Stadtliteratur in Hindi bereichert damit intellektuelle und politische Debatten durch regionalsprachliche Lesarten von Vergangenheit und Gegenwart.

Robert J. Zydenbos

A Manual of Modern Kannada

Kannada (also known as Canarese) is one among the few great living Indian literary languages that have officially been recognized as classical languages by the Government of India on account of their historical importance and literary richness. Today it is spoken by roughly 65 million people, is the sole official language of the south Indian state of Karnataka, and is recognized as one of the leading modern literary languages of India. This manual was especially written for the teaching of this Dravidian language in an academic setting, but is also suitable for private self-learning.

Sebastian Sons

Arbeitsmigration nach Saudi-Arabien und ihre Wahrnehmung in Pakistan
Akteur*innen und Strategien der öffentlichen Sichtbarmachung

Media and Cultural Studies, Band 1

Arbeitsmigration nach Saudi-Arabien gilt in Pakistan aus wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Erwägungen als systemlegitimierend und alltägliches Phänomen: Das Königreich agiert auf (sicherheits-)politischer, wirtschaftlicher und kultureller Ebene als einflussreicher externer Akteur in Pakistan. Es ist außerdem das wichtigste Empfängerland pakistanischer Migranten. Aus diesen Gründen werden kritische Themen im Zusammenhang mit Migration in der pakistanischen Öffentlichkeit kaum thematisiert und stattdessen tabuisiert. In den letzten Jahren haben allerdings neue pakistanische Öffentlichkeitsakteur* innen aus Zivilgesellschaft, Medien und von internationalen Organisationen begonnen, dieses Tabu herauszufordern. Sie wollen prekäre Arbeits- und Lebensbedingungen der Migranten, strukturelle Gewalt sowie die systemische Ausbeutung innerhalb des Migrationsprozesses medial sichtbar machen. Somit tragen die neuen Öffentlichkeitsakteur*innen zu einem medialen Wandel in Pakistan bei, der bestehende Narrative und Tabus zu Migration in Frage stellt. Das Buch analysiert basierend auf umfangreichen empirischen Daten, mit welchen Medienpraktiken und -strategien limitierte öffentliche Räume in Pakistan zu Migration durch diese Akteur*innen erweitert werden.

Gotelind MÜLLER, Nikolay SAMOYLOV (Hrsg.)

Chinese Perceptions of Russia and the West
Changes, Continuities, and Contingencies during the Twentieth Century

This book aims at investigating changes and continuities in Chinese perceptions of Russia and the West during the 20th century, paying heed to the fact that the respective ascriptions and “frontlines” were historically contingent: who and what represented “Russia“ or “the West“ at a given time and at a given place? Was “Russia“ part of “the West“, or not? And if it was, in which regard? Which factors – foreign or indigenous – led to changes in Chinese perceptions and representations and why? With such questions in mind, this book was taking shape, growing out of a German-Russian project funded by the DFG-RFBR. The German-Russian research team from Heidelberg University and St. Petersburg State University worked on exploring the topic together with colleagues from mainland China and Taiwan, concentrating on three major areas: 1. The field of socialization via a look into normative descriptions of Russia and “the West“ in Chinese school textbooks which define images of the “other/s“ from childhood on; 2. The field of literature and Chinese fictional representations of Russia and “the West“ consumed by a Chinese reading public; 3. The field of visual and material manifestations which define images of the “other/s“ in their own medial way and make them accessible also to a public far from purely discursive levels and to those who do not actively look for them.

Carmen Brandt, Hans Harder (Hrsg.)

Wege durchs Labyrinth
Festschrift zu Ehren von Rahul Peter Das

Wege durchs Labyrinth ist eine Festschrift zu Ehren von Professor Dr. Rahul Peter Das. Sie enthält deutsch- und englischsprachige Beiträge von Kollegen und Kolleginnen, Schülern und Schülerinnen sowie Weggefährten von Professor Das. Die hier versammelten Aufsätze bilden verschiedene thematische Schwerpunkte ab, die auch Professor Das in seinem umfangreichen wissenschaftlichen Oeuvre bearbeitet hat. Dazu gehören Sanskrit-Studien, historische Sprachwissenschaft, Texteditionen in neuindoarischen Sprachen, Soziolinguistik, südasiatische Religionsgeschichte, bengalische und Hindi-Literatur, Wissenschaftsgeschichte der Indologie/Südasienstudien sowie auch Tamilistik. Einige der Beiträge knüpfen direkt an Rahul Peter Das' Werk oder bestimmte Schriften an, während die Gesamtheit der Aufsätze seine verschiedenen Forschungsinteressen und unterschiedlichen methodischen Ansätze widerspiegeln.

Beitragende zu dieser Festschrift sind Carmen Brandt, Renata Czekalska, Ines Fornell, Eli Franco, Ratul Ghosh, Olav Hackstein, Hans Harder, Martin Kämpchen, Klaus Karttunen, Makoto Kitada, Frank J. Korom, Agnieszka Kuczkiewicz-Fras, Halina Marlewicz, Ulrike Niklas, Tatiana Oranskaia, Felix Otter, Adapa Satyanarayana, Britta Schulze-Thulin, Sabine Franziska Strich, Heinz Werner Wessler und Benjamin Zachariah.

Danuta Stasik (Hrsg.)

Oral-Written-Performed
The Rāmāyaṇa Narratives in Indian Literature and Arts

The Rāmāyaṇa tradition is well known for an inexhaustible variety of forms and narrative structures transmitted by different media. Oral–Written–Performed examines selected textual, oral, visual and performing forms in which the Rāma story has functioned in Indian literature and arts. It also investigates the techniques that transform the Rāmāyaṇa narratives. The volume addresses the question how narratives become vehicles for literary conventions and ideologies expressive of diverse sectarian concerns, or cultural values. It is an excellent companion to earlier publications on the Rāmāyaṇa tradition and indispensable reading for students of South Asian literature, arts and religion.

Judith Müller, Juliane Dame, Carsten Butsch (Hrsg.)

Aktuelle Forschungsbeiträge zu Südasien
9. Jahrestagung des AK Südasien, 25./26. Januar 2019, Heidelberg

Geographien Südasiens, Band 11

Extended abstracts der 9. Jahrestagung des AK Südasien, 25./26. Januar 2019 in Heidelberg.

Ulrich Unger

Grammatik des Klassischen Chinesisch

Reinhard Emmerich (Hrsg.)

Die vorher nur teilweise und nur unter Freunden und Schülern des Autors verbreitete Grammatik des Klassischen Chinesisch von Ulrich Unger erscheint hier nun als Ganzes. Eigentlich angelegt auf neun Bände, die etwa zwischen den Jahren 1980 und 2000 entstanden, wurde diese zur besseren Durchsuchbarkeit digital überarbeitet und zusammengefügt. Den Gegenstand, das Klassische Chinesisch, definiert Unger in der Einleitung als „die Sprache des 5. bis 3. Jahrhunderts v. Chr.“, der letzten Periode des Altchinesischen und der eigentlichen Werdezeit der chinesischen Kultur. Ungers Arbeitsweise war es, „die Kategorien der grammatisch relevanten Phänomene aus der Sprache selbst zu entwickeln“. Als bisher umfangreichste in westlicher Sprache erschienene Beschreibung der Klassischen Sprache soll die Publikation in diesem Format als Nachschlagewerk für die Fachwelt dienen, aber auch fortgeschrittenen Studierenden eine Hilfe sein und sie ein tieferes Verständnis des Klassischen Chinesisch erlangen lassen.

 

Maya Burger, Nadia Cattoni (Hrsg.)

Early Modern India
Literatures and Images, Texts and Languages

This book presents recent scholarly research on one of the most important literary and historical periods of the Early Modern era from a wide range of approaches and perspectives. It contains a selection of contributions presented at the 12th International Conference on Early Modern Literatures of North India which provide fresh and new material as well as innovative methods to approach it.
The organizing principle of the volume lies in its exploration of the links between a multiplicity of languages (Indian vernaculars, Persian, Sanskrit), of media (texts, paintings, images) and of traditions (Hindu, Jain, Sikh, Muslim). The role of the Persian language and the importance of the translations from Sanskrit into Persian are discussed in light of the translational turn. The relations between various yogic traditions, especially of Nath origin, from Kabir and other sampradayas, are reconsidered.

Carsten Butsch, Alexander Follmann, Judith Müller (Hrsg.)

Aktuelle Forschungsbeiträge zu Südasien
8. Jahrestagung des AK Südasien, 19./20. Januar 2018, Köln

Geographien Südasiens, Band 10

Extended abstracts der 8. Jahrestagung des AK Südasien, 19./20. Januar 2018 in Köln.

Andrei Dörre, Stefan Schütte (Hrsg.)

Potentials and Challenges for Development in Naryn, Kyrgyzstan

Berlin Geographical Papers, Band 48

After gaining independence in 1991, Kyrgyzstan experienced fundamental transformations of the political system, the economy and the sociocultural sphere. These transformations had various immediate impacts on the people’s daily life in terms of income generation, the provision with food and consumer goods, the management and use of locally available natural resources, as well as the availability of reliable social services, including health and education. Questions related to national belonging and religious identity represent another fundamental challenge of the post-Soviet era, requiring the search for new answers. Against this background, the student project focused on three thematic clusters including ten subprojects: I) ‘Economy: markets, trade, and agriculture’; II) ‘Connections and relations: rural-urban nexuses’; and III) ‘Culture and society: religion and identity’. The studies were conducted in close cooperation with the Naryn State University named after S. Naamatov located in Naryn Town, the administrative centre of Naryn Oblast’. Ten groups of up to three Kyrgyz and German students addressed specific issues through case study approaches applied in selected rural and urban settings of the province. The scope of the individual subprojects encompassed issues like the car trade and public transport system in Naryn Town, the bazaar economy of the city, trade and value chains of milk and other animal products, the management and utilisation of pastures and irrigation water, challenges related to drinking water supply, small-scale gold mining, endogenous development potentials, and the representation of national identity in the study region. This report includes a selection of the manifold results gained by the Kyrgyz-German student group, and presents six case studies addressing diverse topics

Marina-Elena Heyink

Where is Jawaharlal Nehru University? Tracking Changes in India's Higher Education Development

Berlin Geographical Papers, Band 49

In recent years, the phenomenon of nationalism has evoked much attention when negotiating the institutional design of India’s universities. Justifiably rejecting the political project of naturalizing or essentializing the concepts of nation and nationhood, critical public and scientific discourse, however, often reduces nationalism to its symbolic or idealistic dimension. On the contrary, material structures of public institutional spaces have received little geographical attention when approaching national ideals, aspirations, conflicts, and controversies. This is despite the fact that constructed environments and spatial designs form a substantial link between the nation state of India and its public higher education in institutions. Arguing that space makes a difference, the paper in hand raises nationalism as a problem of simultaneous positioning. By tracking India’s higher education development through the example of Jawaharlal Nehru University campus space, I will not only focus on nationalism as a matter of symbol and categories of consciousness but also on the material dimensions of institutional design, namely building distribution, constructional aesthetics, and spatial accessibility. Thus, this work offers perspectives that extend beyond the idealization or demonization of the various notions of the Indian nation.

Raphael Pinheiro Machado Rehm

Small scale variability in soil hydraulic properties in a headwater catchment of the Indian Western Ghats

Geographien Südasiens, Band 9

Die indischen West Ghats unterliegen einem Monsunklima, mit Niederschlägen bis über 3000 mm im Jahr. Da die Gebirgskette den Ursprung nahezu aller großen Flüsse in Indien bildet, haben die Eigenschaften der Kopfeinzugsgebiete eine dementsprechend große Bedeutung für den Wasserhaushalt des gesamten Indischen Subkontinents. Doch der bisher ländlich geprägte Pune-Distrikt in Maharashtra, steht durch die Nähe zu den Agglomerationsräumen Mumbai und Pune, vor einem starken demografischen und wirtschaftlichen Wachstum und ist damit zunehmend von einem Landnutzungswandel betroffen. Während diese Veränderungen aus Fernerkundungsdaten erschlossen werden können, sind Daten über die Veränderung der Bodeneigenschaften nur grobskalig vorhanden. Wasser beeinflusst eine Vielzahl von physikalischen, chemischen und biologischen Prozessen in der Natur und damit fast jeden Aspekt der Bodenentwicklung. Doch umgekehrt sind die Eigenschaften der Böden für hydrologische Größen, wie beispielsweise der Speicherung und Bereitstellung von pflanzenverfügbarem Wasser, entscheidend. Um also Änderungen in der Hydrologie einer Region nachvollziehen zu können, sind detaillierte Kenntnisse über die Auswirkungen von Landnutzungsänderungen auf die Bodeneigenschaften erforderlich. Diese Arbeit soll dazu beitragen, die Charakteristik tropischer Bodenformationen in den nördlichen Western Ghats zu verstehen und mögliche Auswirkungen unterschiedlicher Landnutzungen auf die Bodenqualität unter besonderer Berücksichtigung der hydrologischen Eigenschaften aufzuzeigen.