Andrei Dörre, Stefan Schütte (Hrsg.)

Potentials and Challenges for Development in Naryn, Kyrgyzstan

Berlin Geographical Papers, Band 48

After gaining independence in 1991, Kyrgyzstan experienced fundamental transformations of the political system, the economy and the sociocultural sphere. These transformations had various immediate impacts on the people’s daily life in terms of income generation, the provision with food and consumer goods, the management and use of locally available natural resources, as well as the availability of reliable social services, including health and education. Questions related to national belonging and religious identity represent another fundamental challenge of the post-Soviet era, requiring the search for new answers. Against this background, the student project focused on three thematic clusters including ten subprojects: I) ‘Economy: markets, trade, and agriculture’; II) ‘Connections and relations: rural-urban nexuses’; and III) ‘Culture and society: religion and identity’. The studies were conducted in close cooperation with the Naryn State University named after S. Naamatov located in Naryn Town, the administrative centre of Naryn Oblast’. Ten groups of up to three Kyrgyz and German students addressed specific issues through case study approaches applied in selected rural and urban settings of the province. The scope of the individual subprojects encompassed issues like the car trade and public transport system in Naryn Town, the bazaar economy of the city, trade and value chains of milk and other animal products, the management and utilisation of pastures and irrigation water, challenges related to drinking water supply, small-scale gold mining, endogenous development potentials, and the representation of national identity in the study region. This report includes a selection of the manifold results gained by the Kyrgyz-German student group, and presents six case studies addressing diverse topics

Marina-Elena Heyink

Where is Jawaharlal Nehru University? Tracking Changes in India's Higher Education Development

Berlin Geographical Papers, Band 49

In recent years, the phenomenon of nationalism has evoked much attention when negotiating the institutional design of India’s universities. Justifiably rejecting the political project of naturalizing or essentializing the concepts of nation and nationhood, critical public and scientific discourse, however, often reduces nationalism to its symbolic or idealistic dimension. On the contrary, material structures of public institutional spaces have received little geographical attention when approaching national ideals, aspirations, conflicts, and controversies. This is despite the fact that constructed environments and spatial designs form a substantial link between the nation state of India and its public higher education in institutions. Arguing that space makes a difference, the paper in hand raises nationalism as a problem of simultaneous positioning. By tracking India’s higher education development through the example of Jawaharlal Nehru University campus space, I will not only focus on nationalism as a matter of symbol and categories of consciousness but also on the material dimensions of institutional design, namely building distribution, constructional aesthetics, and spatial accessibility. Thus, this work offers perspectives that extend beyond the idealization or demonization of the various notions of the Indian nation.

Raphael Pinheiro Machado Rehm

Small scale variability in soil hydraulic properties in a headwater catchment of the Indian Western Ghats

Geographien Südasiens, Band 9

Die indischen West Ghats unterliegen einem Monsunklima, mit Niederschlägen bis über 3000 mm im Jahr. Da die Gebirgskette den Ursprung nahezu aller großen Flüsse in Indien bildet, haben die Eigenschaften der Kopfeinzugsgebiete eine dementsprechend große Bedeutung für den Wasserhaushalt des gesamten Indischen Subkontinents. Doch der bisher ländlich geprägte Pune-Distrikt in Maharashtra, steht durch die Nähe zu den Agglomerationsräumen Mumbai und Pune, vor einem starken demografischen und wirtschaftlichen Wachstum und ist damit zunehmend von einem Landnutzungswandel betroffen. Während diese Veränderungen aus Fernerkundungsdaten erschlossen werden können, sind Daten über die Veränderung der Bodeneigenschaften nur grobskalig vorhanden. Wasser beeinflusst eine Vielzahl von physikalischen, chemischen und biologischen Prozessen in der Natur und damit fast jeden Aspekt der Bodenentwicklung. Doch umgekehrt sind die Eigenschaften der Böden für hydrologische Größen, wie beispielsweise der Speicherung und Bereitstellung von pflanzenverfügbarem Wasser, entscheidend. Um also Änderungen in der Hydrologie einer Region nachvollziehen zu können, sind detaillierte Kenntnisse über die Auswirkungen von Landnutzungsänderungen auf die Bodeneigenschaften erforderlich. Diese Arbeit soll dazu beitragen, die Charakteristik tropischer Bodenformationen in den nördlichen Western Ghats zu verstehen und mögliche Auswirkungen unterschiedlicher Landnutzungen auf die Bodenqualität unter besonderer Berücksichtigung der hydrologischen Eigenschaften aufzuzeigen.

Rafael Klöber, Manju Ludwig (Hrsg.)

HerStory. Historical Scholarship between South Asia and Europe
Festschrift in Honour of Gita Dharampal-Frick

Die Festschrift zu Ehren von Professor Dr. Gita Dharampal-Frick vereint eine Vielzahl an innovativen Beiträgen von Freunden, Kollegen und ehemaligen Studierenden zu den vielschichtigen Forschungsgebieten der Geschichte Südasiens, die Gita Dharampal-Frick in den letzten Jahrzehnten bereichert hat. Der Band deckt mehrere Jahrhunderte und facettenreiche Themen ab, die von transkulturellen Begegnungen zwischen Südasien und Europa, über Aspekte des kolonialen Diskurses, wie etwa der kolonialen Wissensproduktion oder der Aushandlung von Identitäten, wegweisende Ansätze der maritimen Geschichte des Indischen Ozeans bis hin zu vielfältigen Perspektiven auf M.K. Gandhi reichen.

Christof Zotter

Asketen auf Zeit
Das brahmanische Initiationsritual der Bāhun und Chetrī im Kathmandu-Tal

Auch nach ihrer Einpassung in die Reihe lebenszyklischer Rituale (saṃskāra) im ersten vorchristlichen Jahrtausend wurde die brahmanische Initiation (upanayana) überarbeitet und uminterpretiert. Heute wird sie beim vratabandha zusammen mit drei weiteren saṃskāras nebst Vor- und Rahmenritual vollzogen.

In diesem Buch wird mit einer Kombination von Textstudien und Feldforschung für eine bestimmte vedische Schule (den Weißen Yajurveda) und einen konkreten Kontext (das vratabandha der nepalischen Bāhun und Chetrī) untersucht, nach welchen Prinzipien Elemente verschiedener Ritualformen (saṃskāra, pūjā, homa etc.) kombiniert und an veränderte Zeiten und Situationen angepasst werden.

Die detaillierte Analyse der Form liefert auch einen Schlüssel zur Interpretation des komplexen Ereignisses vratabandha, in dem der Initiand vorübergehend zum Asketen wird, um an das Ritual herangeführt zu werden.

Markus Schleiter

Die Birhor - Ethnographie und die Folgen
Ein indischer "Stamm" im Spiegel kolonialer und postkolonialer Beschreibungen

Die Birhor sind eine indische "Stammesgruppe". Bekannt sind die Birhor als Spezialisten für Seilherstellung, Affenjagd, Heilkräuter und andere Waldprodukte. In diesem Buch untersucht der Autor die ethnographischen Darstellungen dieser Gruppe über Ansätze der Postcolonial Studies und zeigt dabei Widersprüche, aber auch erstaunliche Gemeinsamkeiten von den ersten kolonialen Berichten seit 1865 bis hin zu den neuesten Ethnographien. Anhand einer eigenen einjährigen „Teilnehmenden Beobachtung“ in deren Siedlungen deckt der Autor auf, dass diese Beschreibungen der Birhor – unter anderem als „unschuldige“ und „fröhliche“ „Jäger und Sammler“ – erhebliche ambivalente Konsequenzen für diese selbst haben. Diese Auswirkungen stehen in engem Zusammenhang mit der staatlichen Entwicklungsarbeit Indiens und umfassen Todesfälle durch Malaria.

 

Anna Martin

Übersetzung als kultureller Transfer
Eine Untersuchung persischer Versionen des indischen Vikrama-Erzählzyklus

Über den indischen König Vikrama, der den Idealtypus eines gerechten und aufopferungsvollen Herrschers verkörpert, liegt eine Reihe von Erzählungen in verschiedenen indischen Sprachen vor. Daneben finden sich auch persische Fassungen aus der Zeit, als Persisch in Indien für mehrere Jahrhunderte als Literatur- und Verwaltungssprache genutzt wurde.

Die vorliegende Untersuchung befasst sich mit diesen persischen Versionen. Im Fokus der Betrachtung steht eine Bearbeitung aus dem 17. Jahrhundert, die der Autor Kišandās erstellte und „Kišans Unterhaltungsstück“ (Kišanbilās) nannte.  Die persischen Versionen werden sowohl hinsichtlich ihrer Orientierung an den Sanskritrezensionen der Vikramageschichten, als auch im Gesamtkontext persischer Literatur in Indien analysiert. Dabei steht die Frage nach der Anpassung an intendierte Rezipienten und dem Vorgehen der Übersetzer bzw. Bearbeiter im Vordergrund.

Matthias Schmidt, Alexander Follmann, Julia Poerting (Hrsg.)

Aktuelle Forschungsbeiträge zu Südasien
7. Jahrestagung des AK Südasien, 27./28. Januar 2017, Augsburg

Geographien Südasiens, Band 8

Extended Abstracts der 7. Jahrestagung des AK Südasien, 27./28. Januar 2017 in Augsburg.

Weitere Informationen zur Reihe finden Sie HIER.

Jürgen Neuß

Māndhātr̥durga
A Preliminary Catalogue of the Historic Monuments at Oṃkāreśvar-Māndhātā

Mit Māndhātr̥durga – A Preliminary Catalogue of the Historic Monuments at Oṃkāreśvar–Māndhātā legt Jürgen Neuß erstmals einen umfassenden Überblick über die erhaltenen historischen Überreste in Oṃkāreśvar-Māndhātā, dem wichtigsten hinduistischen Pilgerort im Narmadā-Tal vor. Obschon der Ort bereits seit der Mitte des 19. Jahrhunderts als archäologische Fundstätte bekannt ist, wurde bis heute übersehen, dass die historischen Überreste weit umfangreicher und in sich geschlossener sind, als die wenigen publizierten archäologischen Berichte, die sich zudem nur mit wenigen Einzelbauwerken beschäftigen, vermuten lassen. Dieses Buch liefert den lange überfälligen Überblick über das gesamte Areal, das im wesentlichen aus drei historischen Siedlungsbereichen besteht. In deren Zentrum steht eine wohlstrukturierte Festungsanlage, Māndhātr̥durga, die die einzige erhaltene befestigte Stadtanlage der Paramāras of Dhāra im gesamten Narmadā-Tal darstellt

Melissa Bayer

Large-scale land acquisitions in rural Cambodia
The case of Samot Leu Village in Lumphat District, Ratanakiri Province

Berlin Geographical Papers, Band 47

The mechanism of granting Economic Land Concessions (ELCs) to (inter-)national investors for agro-industrial exploitation was the starting point of a wave of large-scale land acquisitions in Cambodia since the Royal Government of Cambodia (RGC) issued a respective directive in 2005.

While ELCs are supposed to combine overall economic benefits on the one hand with poverty reduction and the compliance with environmental standards on the other hand, it turned out that there is a wide gap between the legal framework, which is supposed to govern the granting of ELCs, and its actual implementation on the ground. Eventually, the granting of ELCs led to severe human rights violations and several land conflicts, involving the local population, investor companies, political and economic elites as well as authorities. This situation is especially difficult for the Indigenous Peoples of Cambodia, who not just struggle to claim rights to their lands, but for whom land is also an essential component of livelihood.

Drawing on a literature review and the results of a two-month field study, this thesis aims at shedding light at the relationship between different actors of society and land as a resource in the context of asymmetrical power constellations within the land conflict of Samot Leu Village in Seda Commune, Lumphat District, Ratanakiri Province.

Marc Herter

Development as Spectacle: Understanding Post-War Urban Development in Colombo, Sri Lanka
The Case of Arcade Independence Square

Geographien Südasiens, Band 7

Diese Studie untersucht die nachkriegszeitliche Stadtentwicklung in Colombo. Auf der Grundlage von Guy Debords Buch mit dem Titel Die Gesellschaft des Spektakels wird die Thematik der Neugestaltung der urbanen Landschaft als Konsumlandschaft einer postindustriellen Gesellschaft aufgegriffen. Im internationalen Standortwettbewerb um Ansehen und Geschäftsinvestitionen greifen Stadtplaner vermehrt auf Stararchitektur als Werkzeug zur Markenbildung eines Standorts zurück. So erhofft sich das nachkriegszeitliche Sri Lanka von den größten sozialen Herausforderungen betreffend ethnischer Segregation, Armut oder Ethno-Nationalismus mittels eines durch infrastrukturelle Großinvestitionen induzierten Wirtschaftswachstums ablenken zu können. Anhand von Arcade Independence Square, eines neu entwickelten luxuriösen Einkaufszentrums in Colombo, zeigt diese Studie auf, wie die Regierung mit ihrer nachkriegszeitlichen Stadtentwicklungsagenda von solchen Problemen abwenden will.

Sarah Hartmann

The Work of Medical Travel Facilitators
Caring For and Caring About International Patients in Delhi

Geographien Südasiens, Band 6

„Medical travel facilitators“ spielen eine wichtige Rolle in der Realisierung transnationaler Gesundheitsmärkte, denn sie unterstützen Personen auf der Suche nach medizinischen Behandlungen im Ausland. Über ihre Arbeit an Medizintourismus-Destinationen wie Delhi in Indien ist bislang aber nur wenig bekannt.

Ethnographische Forschung zeigt, dass „medical travel facilitators“ in Delhi ein breites Tätigkeitsspektrum abdecken, um PatientInnen umfassend und individuell zu unterstützen. Ihre Arbeit, so die Argumentation, kann als Care-Arbeit konzeptualisiert werden. Dabei kümmern sie sich nicht nur um das allgemeine Wohl der PatientInnen, sondern umsorgen diese auch auf bemerkenswert aufmerksame und hingebungsvolle Weise. Die in einem geschäftlichen Rahmen ausgeführten Praktiken zeigen, wie eng verflochten ökonomische Prinzipen und Care-Logiken sein können und stellen damit die oft gezeichnete Dichotomie zwischen kalter Wirtschaft und wohlwollender Lebenswelt in Frage.

Martina Franke

Hoffnungsträger und Sorgenkind Südasien
Westdeutsche Betrachtungen und Begegnungen zwischen 1947 und 1973

Mit Indien und Pakistan waren unterschiedliche und sich verändernde Erwartungshaltungen verbunden. Mediale Akteure und Akteurinnen – u.a. Hans Walter Berg, Immanuel Birnbaum, Thilo Bode, Klaus Natorp, Giselher Wirsing und Marion Gräfin Dönhoff – trugen ihre Sichtweisen von Südasien in die Medienöffentlichkeit der aufstrebenden deutschen Bundesrepublik. Sie erlauben dadurch nicht nur einen Einblick in die Austauschbeziehungen zwischen Medien und Politik, sondern auch in kollektive gesellschaftliche Selbstbeschreibungsprozesse in der komplexen Zeitperiode von Dekolonisation, Kaltem Krieg und geteilter deutscher Wirklichkeit.

Der Fokus dieser Studie liegt auf der Wahrnehmung der Länder Südasiens in einer sich wandelnden westdeutschen politischen Öffentlichkeit. Die medial transportierten Bilder von Jawaharlal Nehru, dem ersten indischen Ministerpräsidenten, und die Sichtweisen auf Ereignisse wie den indisch-portugiesischen Konflikt um Goa oder die deutsch-indische Zusammenarbeit am Stahlwerk in Rourkela verdeutlichen unterschiedliche Perspektiven. Die Wahrnehmung der politischen Entwicklung in Südasien bis Anfang der 1970er Jahre stand im Zusammenhang mit den Debatten um die Vergabe und Verwendung von Entwicklungshilfe. Dabei prägten generationelle Zugehörigkeiten und unterschiedliche Lebenserfahrungen die Eigen- und Fremdwahrnehmung.

In einer Phase des globalen gesellschaftlichen und politischen Wandels und eines Krisengefühls in der westdeutschen Gesellschaft in den Jahrzenten nach dem Zweiten Weltkrieg diente Südasien der Verdrängung der eigenen Schuld, war Hilfe in der Identitätskrise und gab Orientierung und Stabilität bei Demokratisierung und Wirtschaftswachstum.

Oliver Corff

A Bibliography of Online Resources on Chinese Strategy, Security and Military Matters
Version 6.2, December 27, 2016

Die hier vorgestellte Bibliographie entstand ursprünglich als Hilfsmittel für laufende Forschungsarbeiten. Sie ist nicht abgeschlossen, sondern wird in regelmäßigen Abständen überarbeitet und ergänzt.

Jaydev A. Jani, Peter Schreiner

The Satsaṅgijīvanam by Śatānanda
The Life and Teachings of Swaminarayana. An English summary of contents with index

Swami Sahajananda (1781-1830), der Gründer der Swaminarayan Bewegung, der von seinen Anhängern als Verkörperung Krishnas angesehen wird, ließ das Satsangijivanam von Swami Shatananda schreiben, damit sein Wirken und seine Lehre unter seinen Nachfolgern durch diesen Text weiterleben. Das umfangreiche, auf Sanskrit abgefasste Werk wird hier in einer englischen Zusammenfassung vorgelegt. Der Text beschreibt die Biographie von Swami Sahajananda und ist ein aufschlussreiches Dokument zur religiösen Situation des Hinduismus im Gujarat seiner Zeit. Er gibt Aufschluss über die religiösen Bräuche (Feste, Normen und Werte für das private und öffentliche Leben), mit denen die als Missstände empfundenen Praktiken (z.B. Tieropfer) ersetzt werden sollen. Der Inhalt wird durch einen detaillierten Index erschlossen.

Weitere zugehörige Forschungsdaten finden Sie unter nachstehendem Open Data-Link:
doi:10.11588/data/10095

Felix Otter

Die Revitalisierung von Vāstuvidyā im kolonialen und nachkolonialen Indien

Vāstuvidyā, die altindische esoterische Lehre vom Hausbau, ist seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Gegenstand verschiedener Wiederbelebungsversuche gewesen. Dieses Buch untersucht diese Bestrebungen im Kontext ideologischer und geistesgeschichtlicher Entwicklungen mit den Methoden der Textanalyse. Das Verhältnis der revitalisierten Version(en) von Vāstuvidyā zu den vorkolonialen vāstuśāstras, ebenso die Relevanz der Apologetik der einheimischen Wissenschaften für die Revitalisierung von Vāstuvidyā sowie die Diskursstrategien, die im revitalistischen Vāstu-Schrifttum zur Anwendung kommen, bilden die zentralen Themen des Buches.

 

Nicolas Schlitz, Julia Poerting (Hrsg.)

Aktuelle Forschungsbeiträge zu Südasien
6. Jahrestagung des AK Südasien, 22./23. Januar 2016, Osnabrück

Geographien Südasiens, Band 5

Extended Abstracts der 6. Jahrestagung des AK Südasien, 22./23. Januar 2016, Osnabrück.

Weitere Informationen zur Reihe finden Sie HIER.

Hannah Uprety

Between Exploitation and Economic Opportunity?
Identities of Male Nepalese Labor Migrants in the Gulf Region

Geographien Südasiens, Band 4

Im Vorfeld der näher rückenden FIFA-Weltmeisterschaft in Katar wächst das mediale Interesse an der großen Rolle, die ausländische Arbeitskräfte für das rasante Wachstum der Golfstaaten-Metropolen spielen, und an den oft problematischen Arbeits- und Lebensbedingungen dieser Menschen. Deutlich weniger Aufmerksamkeit gilt jedoch dem ‚anderen Ende‘ dieser Migrationsprozesse, nämlich den Kontexten, aus denen diese Arbeiter kommen und in die sie später zurückkehren. Einer dieser Kontexte liegt in Nepal, wo jährlich hunderttausende Migranten das Land auf der Suche nach sogenannter niedrigqualifizierter Arbeit verlassen. Angesichts der vergleichsweise kleinen Bevölkerung und schwachen Wirtschaft Nepals haben diese Praktiken einen enormen Einfluss auf das Land – sowohl finanziell als auch hinsichtlich der sozialen und kulturellen Transformationen, die mit ihnen einhergehen. Die vorliegende Arbeit untersucht, wie sich diese meist männlichen Migranten und ihre Familien in transnationale Formen der Lebensführung einfinden und wie ihre Identitäten sich entlang dieses Prozesses verändern. Auf der Grundlage qualitativer empirischer Forschung aus dem Jahr 2012 liegt dabei ein besonderer Schwerpunkt auf der gesellschaftlichen (Neu-)Verhandlung von Beziehungen und Intimität im transnationalen Familienleben sowie der oft konfliktbeladenen und fragmentierten Aushandlung migrantischer Subjektivitäten. Auf diese Weise bietet die Arbeit nicht nur Einblicke in eine spezifische nepalesische Praxis, sondern reiht sich ein in eine zunehmend erstarkende kritische Migrationsforschung.

Weitere Informationen zur Reihe finden Sie HIER.

Fraser Stuart Patterson

Practices, Productivity and Perception
A Vulnerability Assessment of Rice Farming Households in the Eastern Ghats, India

Berlin Geographical Papers, Band 46

Verwundbarkeitsanalysen werden immer häufiger als Methode angewandt, um die Vulnerabilität von Haushalten, Gemeinschaften, Regionen und Ländern gegenüber ökologischen und sozialen Veränderungen zu evaluieren. In dieser Studie wird auf das Konzept der inherent oder underlying Verwundbarkeit zurückgegriffen und ein sozio-ökologischer Verwundbarkeitsindex erstellt, der in einem Fallbeispiel in den Ostghats von Indien angewendet wird. Die Haushalte wurden in Kategorien nach Bewässerungsverfahren und Größe der Anbaufläche eingeteilt. Anschließend wurde für jede dieser Untergruppen die Vulnerabilität erhoben, um Zusammenhänge zwischen Anbaumethoden, Anbaufläche und Vulnerabilität zu erkennen. Diese Studie kommt zu dem Ergebnis, dass für Bauern und Bäuerinnen, die Regenfeldanbau praktizieren, eine höhere Verwundbarkeit besteht als für Bauern und Bäuerinnen, die Reis auf Feuchtland kultivieren. Trotz einer höheren Produktivität zeigte sich in der statistischen Analyse eine größere Verwundbarkeit der kleinbäuerlichen im Vergleich zur großbäuerlichen Landwirtschaft. Die höhere Produktivität der kleinbäuerlichen Landwirtschaft resultiert aus einer größeren Anwendung von chemischen Düngermitteln, leistungsstärkerem Saatgut und intensiverem Einsatz von Arbeitskraft. Die Anwendung dieser produktivitätssteigernden Methoden kann als Anpassungsstrategie an die höhere Verwundbarkeit gegenüber sozialen und ökologischen Veränderungen verstanden werden. 

Andrei Dörre, Hermann Kreutzmann, Stefan Schütte (Hrsg.)

Pamirs at the Crossroads
Changing challenges and perspectives

Berlin Geographical Papers, Band 45

The meeting ‘Pamirs at the crossroads’ was convened in the framework of the Pamir research project sponsored by the Volkswagen Foundation as a final conference that was looking back at what was achieved by previous academic and scientific activities in better understanding the historical heritage for path-dependent development. A further aspect of the ‘meeting of minds’ was to develop a vision for desiderata, short-comings and urgent needs directed towards Pamir-focused development and research efforts. All persons who could follow the invitation to convene in Berlin were experts in their respective fields thus representing a wide range of different personal experiences, professional backgrounds and upbringings. It was attempted to create a cross-border perspective that was focusing on a remote region in all countries that claim to have a share in the Pamirs. By looking from the periphery on local developments, regional connections, national dependencies and global networks the web of multi-fold interrelationships and contrasting perceptions emerged and illustrated the complex challenges to which this meeting of minds could contribute only some glimpses. The two-day deliberations were structured in five themes, two keynotes, and one summarising statement.

Demnächst

Maya Burger, Nadia Cattoni (Hrsg.)

Early Modern India: Literatures and Images, Texts and Languages

This book presents recent scholarly research on one of the most important literary and historical periods of the /Early Modern /era from a wide range of approaches and perspectives. It contains a selection of contributions presented at the 12th International Conference on Early Modern Literatures of North India which provide fresh and new material as well as innovative methods to approach it.
The organizing principle of the volume lies in its exploration of the links between a multiplicity of languages (Indian vernaculars, Persian, Sanskrit), of media (texts, paintings, images) and of traditions (Hindu, Jain, Sikh, Muslim). The role of the Persian language and the importance of the translations from Sanskrit into Persian are discussed in light of the translational turn. The relations between various yogic traditions, especially of Nath origin, from Kabir and other sampradayas, are reconsidered.